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Kreisblatt am Sonntag, Ausgabe vom 5. Juni 2005 Berliner wissen genau: „Bergab geht‘s leichter“ Maxe-Theater begeistert mit politischem Theater
Ein
geschlossenes Schwimmbad dient als Spiegelbild der Berliner Gesellschaft. Weserkurier, Ausgabe vom 6. Juni 2005
Musik-Theater AG der Maxe feierte erfolgreiche Premiere / Rund 40 Mitwirkende Von unserem Mitarbeiter Günter Matysiak Am Freitagabend präsentierte die "Musik-Theater-AG Am Max-Planck-Gymnasium" ihr neuestes Stück: "Baden gehen - Ein Sittenbild mit Musik" von Volker Ludwig und Franziska Steinhoff mit Musik von Birger Heymann. Vom Autorenteam Ludwig/Heymann hatte die Maxe-Leute 1997 auch das berühmte "Linie1" gespielt. "Baden gehen" folgt im Grunde dem gleichen Ideenmuster. Es versammelt die Underdogs unterschiedlicher Herkunft auf der Bühne, lässt sie von sich erzählen, lässt sie sich missverstehen und verstehen. Das Programmheft schreibt, Ludwig sei "politischer" und "zorniger" geworden, über das, was bei uns "falsch läuft". Die Delmenhorster Inszenierung allerdings hält sich, was den Zorn betrifft, zurück. Abgesehen von dem Outcast Leo, der wirklich zornig ist, herrscht auf der Bühne eher ein heiter-melancholischer Fatalismus. Es geht um Berlin. Dort wird man ein Schwimmbad abreißen. Gegen den Willen all derer, die hier die Liegewiese bevölkern und trotz des bereits leeren Beckens "Pack die Badehose ein" singen. Berlin ist pleite, Berlin geht baden und versinkt im Müll, real und bildlich gesehen. Parallelen zu Delmenhorst sind offensichtlich, stehen brav formuliert im Programmheft ("Nun wollen wir hoffen, dass (…) alle Vor- und Nachteile sorgfältig abgewogen werden und eine für alle akzeptable Lösung gefunden wird"). Aber Ludwig muss kindlich-bürgerliche Obrigkeitsergebenheit wirklich in Kauf nehmen, lässt er sein Stück doch in schier unheimlich-utopischer Glückseligkeit enden Was bei den vorher geschilderten gesellschaftlichen Umständen, deren Vergegenwärtigung das Stück wie ein politisches Flugblatt durchzieht, Banalitäten und Klischees inbegriffen, nicht wenig verwundert. Und so ist schließlich wenigstens das Wetter schön, wenn auch "die Zukunft verammelt ist". Da wird der Schluss-Song fast zum Durchhalte-Schlager. Durchaus positive Botschaften also. Auch die, dass der großmäulige, gescheiterte John zuerst durch ein Babyweinen am Selbstmord gehindert wird und sich dann die fleißig fürs Krankenschwesterexamen paukende Kati entscheidet. Er wird sie - Gymnasiastenglück heute? - abfragen. Für die anderen gibt es auch das zweisame happy end! Das Stück erzählt, weniger noch als "Linie 1", keine zusammenhängende Geschichte, seine Episoden sind noch lockerer gereiht. Das macht das Inszenieren nicht leicht. Das Regieteam Kristina Köhne/Herta Hoffmann ließ mit Liegewiesen-Realismus agieren, vielleicht hätten einige Anleihen beim plakativeren Regietheater die Stringenz und Dichte des ganzen gesteigert. Die Spielfreude, manchmal sogar das "Theaterblut" und die Leidenschaftlichkeit der Akteure hätten so etwas ganz und gar erlaubt. Das Bühnenbild mit der symbolisch immer bedeutsamen Schräge, der Leiter und dem Sonnenhimmel bot sich auch dazu an. Wohl vierzig junge Schauspielerinnen und Schauspieler spielten, sangen und tanzten auf der Bühne: Sie müssen sich deswegen hier gemeinsam als sehens- und hörenswert loben lassen. Es ist übrigens überwiegend eine neue "Generation Musik-Theater" am Maxe zu erleben, die sich aber schon mit aller Sicherheit und Lebendigkeit auf der Bühne auskennt. Es seien ihr noch viele interessante Stücke während ihrer Schulzeit gewünscht. Die Band unter der Leitung von Herta Schwender hinter der Bühne gab den Songs zu ihrer vokal-inhaltlichen Aussage die instrumental verstärkende Ausdruckshaftigkeit zwischen Songwriter-Ton und Rockigkeit. Es gab langen, stehenden Applaus, strahlende Gesichter aller Mitwirkenden, ein strahlendes und mit Blumen beschenktes Leitungsteam. DelmeReport, Ausgabe vom 5. Juni 2005 Packt die Badehosen aus! Maxe-Musiktheater-AG überzeugte mit „Baden gehen“ im Kleinen Haus VON NICOLE BAUMANN Berlin liegt seit Freitag an der Delme. Dafür haben die Akteure der MaxeMusiktheater-AG gesorgt. Sie gingen baden - zusammen mit dem Premierenpublikum im Kleinen Haus. Die Freibadsaison ist eröffnet: „Pack die Badehose ein...“ Spaß, viel Spaß machte die Aufführung „Baden gehen“ der Maxe-MusiktheaterAG am Freitag im Kleinen Haus. Sie war nicht perfekt, nicht unbedingt professionell, dafür aber amüsant, voller Alltagskomik und -tragik, bereichert mit fetziger, teilweise melancholischer Musik. Dem Publikum hat der Ausflug ins „Freibad“ gefallen, stehende Ovationen und ein langer Applaus waren der Beweis dafür. Einen hohen Wiedererkennungswert hatten die unterschiedlichen Charaktere, die, ganz nach Volker Ludwigs Fasson, baden gehen wollten - ohne Wasser und Komfort, dafür aber mit Elan und Zuversicht. Gemeinsam besetzten Arbeitslose, Pensionäre, Lebenslustige, Casanovas, Girlies, Lebensmüde und Erfolgshungrige das Grün, breiteten ihre Handtücher und Klappstühle aus, diskutierten, stritten, versöhnten sich und lachten, obwohl es eigentlich wenig zu lachen gab. Manchmal schwammen die Protagonisten im Pool der Klischees, dann sprangen sie kopfüber ins politische Planschbecken, um sich letztendlich wieder unter die Dusche der Versöhnung zu stellen. Denn eines hatten alle gemeinsam: Sie wollten baden gehen. Herausragende Talente zeigten vor allem Eyke Swarovsky als Pensionär Walter und Katharina Siebers in der Figur seiner Ehefrau Ingela. Beide wurden ihrer Rolle gerecht, hatten stets die Lacher des Publikums auf ihrer Seite. Sein hervorragendes Gesangstalent stellte indes Freibadcasanova John (Sören Wesemann) unter Beweis. Gekonnt fetzte er sein „Herz aus Styropor“ ins Mikrofon. Ebenfalls als gute Interpretin zeigte sich Maren Duda (in der Rolle der arbeitslosen Mutter). Mit „Hol mich hier raus“ zog sie das Publikum in den Bann. Ein absoluter Spaß: Der „Rentner-Rap“, dargeboten von Helge Adrins und Julien Hansen. Alles in allem haben die Helden des Freibads eine sehenswerte Inszenierung geboten. Und: Die Delfina-AG hat viele neue Mitglieder gewonnen...
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