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Von Irrfahrten und Wachteleiern

Musical  Schüler des Maxe brachten „Die Heimkehr des Odysseus“ auf die Bühne

 

Von Katja Butschbach

Die humorvolle Version von Homers „Odyssee“ brachte viel Applaus ein.

Göttervater Zeus blickt mit einem Fernrohr in die weite Welt unter sich, betrachtet das wirre Treiben der Menschen. Zwischendurch ordert er bei Tochter Athene einen Espresso. Die Musiktheater-AG des Max-Planck-Gymnasiums hat Homers Odyssee in einer modernen Fassung auf die Bühne des Kleinen Hauses gebracht.

 „Die Heimkehr des Odysseus“ erzählt von den tapferen Taten des antiken Helden, gewinnt der Dramatik aber auch etwas Komisches ab. So entwickelt Odysseus (Eyke Swarovsky), gestrandet auf der Insel der unsterblichen Kalypso (lebhaft: Ina-Marie Bernsdorf), eine Abneigung gegen seine Gastgeberin. Jeden Abend setzt sie ihm das gleiche Essen vor: Wachteleier. Grausam, dass Odysseus auch noch auf weiteren Stationen auf seiner Reise mit dieser Speise konfrontiert wird. Die

Bewohner des Olymps haben da mehr zu lachen. Göttervater Zeus (herrlich überzogen: Sven-Hajo Schmidt) gesteht munter ein: „Götter sind Alkoholiker.“

Eingeflochten in die Handlung sind von einer Band begleitete Stücke wie Queens „Who Wants To Live Forever“ (gefühlvoll gesungen von Aphrodite-Darstellerin Daniela Delingat). Auch „We Are Family“ von Sister Sledge, interpretiert von Zeus, Gattin Hera (Maren Duda), Athene (Katharina Siebers) und Aphrodite sorgte für Begeisterung. Zum Abschluss des Stückes sangen Artilos (Sören Wesemann) und Penelope (Stephanie Wittek) Blackmores Lied „Back Home Again“.

Mit Humor nimmt diese Version der Odyssee die Verstrickungen in Ithaka, wo drei Freier Penelope, die Gattin des Odysseus, ehelichen möchten. In der sich zuspitzenden Lage zückt einer der Verehrer unter Lachern aus dem Publikum ein Mobiltelefon, um einen Auftragsmörder zu bestellen. Penelopes Sohn soll ermordet werden.

Das Bühnenbild, das einen weiten blauen Himmel mit Schäfchenwolken und das Schiff des Helden zeigte, entführte die Zuschauer in die Welt des Odysseus. Eindrucksvoll waren auch die Kostüme. Die verschiedenen Gestalten, wie unter anderem die Sirenen, Lotophagen und Zauberinnen sowie Penelope und Kirke, traten in fantasievoll gestalteten Kostümen auf, die die Charaktere noch lebendiger machten.

Die Schüler brachten das Stück mit unglaublich viel Elan auf die Bühne. Wenn auch hier und da ein schiefer Ton zu hören war, so schafften es die jungen Darsteller doch, ihr Publikum mitzureißen und für die Geschichte des antiken Helden zu begeistern. Weitere Vorstellungen sind heute Abend sowie am Mittwoch, 9. Juni, und Freitag, 11. Juni, jeweils um 19.30 Uhr im Kleinen Haus zu sehen.

Bildunterschrift: Die Götter überblicken von ihrem Olymp aus das Treiben auf der Erde. Die Nymphen der Insel Ogygia tanzen und singen. Dennoch sehnt Odysseus sich heim. FOTO: andreas nistler Dk 04.06.2004
Kleinen Hauses.

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