
Die
Größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt - sieh sie dir an.
(Kurt
Tucholsky)
Erlebnisvereicht
von Nina Meyer und Marie-Luisa Hilkert
Diesen
Ratschlag befolgten wir, als wir am 03.10.2007 auszogen, um uns Amerika und
besonders unsere Partnerstadt Toledo anzusehen. Wir, das sind acht Mädchen
und vier Jungs der Jahrgangsstufe 11, zusammen mit Frau Schuricht und Herrn
Langen. Spannung und Vorfreude mischten sich auf dem neunstündigen Flug von
Bremen über Amsterdam nach Detroit und unsere Erwartungen wurden keineswegs
enttäuscht, als wir am Flughafen von unseren jubelnden Gastfamilien sehr
herzlich begrüßt wurden. Teilweise waren uns die „Amis“ ja schon aus dem
Vorjahr bekannt. Trotz unserer Müdigkeit (sechs Stunden Zeitverschiebung),
lernten wir unsere Gastfamilien noch am selben Abend recht gut kennen.
Die nächsten zwei Tage verbrachten wir mit unseren Austauschpartnern in der
Bowsher High School. Ungeachtet aller Unterschiede zum deutschen Schulwesen,
fühlten wir uns dort bald sehr wohl. Wir bekamen einen „Visitor“- Pass, der
es uns erlaubte die Kleiderordnung zu umgehen. Die meisten Schüler und
Lehrer empfingen uns freundlich und auch die anregenden (theologischen!)
Gespräche in der Schulbibliothek trugen zu unserem Wohlbefinden bei.
Am Sonntag im Cedar
Point, einem der größten Freizeitparks Amerikas, tauten dann auch die
letzten von uns auf. In den schwindelerregend hohen Achterbahnen kamen
unsere „Nahtodserfahrungen“ nicht zu kurz. Unter dem Motto „Gemeinsam
schreien verbindet“ bildeten deutsche und amerikanische Schüler eine lustige
Gruppe. Montag ging es dann schon gleich weiter zum „Henry Ford Museum &
Greenfield Village“. Bei schönstem Wetter erkundeten wir die amerikanische
Vergangenheit und bewunderten Vorläufer von Fahrrad, Auto und Flugzeug. Der
nächste Tag bescherte unserm ersten Geburtstagskind Herrn Langen zwei
typisch amerikanische T-Shirts und natürlich ein Ständchen. Der darauf
folgende Donnerstag sah für uns einen Besuch im Toledo Art Museum vor. Wir
bestaunten Kunst aus den verschiedensten Ländern und Epochen, angefangen mit
antiken Skulpturen über Gemälde der Renaissance bis hin zur Moderne.
Besondere Aufmerksamkeit verdiente dabei der Glas Pavillon, der einige
Ausstellungsstücke der Glaskunst, für welche Toledo bekannt ist,
beinhaltete.
Am
13. Oktober, in den wir aufgrund von Sarahs Geburtstag hineingefeiert
hatten, ging es auf zu unserer ersten „großen Fahrt“ nach Chicago. Gemeinsam
mit Mr. Dodge, dem Deutschlehrer der Bowsher High School, und dessen Frau
besichtigten wir die drittgrößte Stadt der USA. Ein Höhepunkt dieses
zweitägigen Ausflugs war neben der Besichtigung des Navy Pier der Besuch des
94. Stocks im John Hancock Center, von dem aus man einen atemberaubenden
Blick über die Stadt hat. Noch beeindruckender war jedoch die nächtliche
Bootstour auf dem Michigansee, bei der wir Chicagos Skyline bewundern
konnten.
Den zweiten Montag unseres Aufenthalts verbrachten wir in Toledos Zoo,
dessen außergewöhnliche Gestaltung uns sehr beeindruckte. Am folgenden Tag
wurden wir feierlich zu Ehrenbürgern der Stadt Toledo ernannt.
Mit Fort Meigs besichtigten wir am Donnerstag der gleichen Woche eine der
drei strategisch wichtigsten Festungen der Amerikaner im zweiten
Unabhängigkeitskrieg gegen die Briten. Die informative Führung beinhaltete
unter anderem eine Demonstration eines alten Gewehrs.
Unseren letzten Programmpunkt bildeten die Niagarafälle. Nach einer langen
Autofahrt waren wir überwältigt vom Anblick dieses einzigartigen
Naturschauspiels und der Stadt an sich. Mit der „Maid of the Mist“ fuhren
wir an die bis an die Wasserfälle heran. Ein an sich recht nasses Erlebnis,
das wir aber jederzeit wiederholen würden. Abends bewunderten wir die
angestrahlten Fälle und nach zwei Stunden im Pool, rundete ein Feuerwerk den
Abend ab. Am nächsten Morgen ging es dann ausgestattet mit vielen Souvenirs
und wunderschönen Erinnerungen an Kanada zurück nach Toledo. Dort erwartete
uns schon die Abschiedsfeier, die unsere Gastfamilien für uns organisiert
hatten. So langsam wurde uns das Herz schwer. Am Samstag saßen wir zum
letzten Mal alle zusammen, wie wir es in den vergangenen zwei Wochen schon
so oft getan hatten.
Am
Sonntag hieß es dann Abschied nehmen: Wir fuhren zum Flughafen und warfen
einen letzten Blick auf die inzwischen Halloween-tauglichen Häuser. Mit
vielen Tränen und dem Versprechen den Kontakt zu halten bestiegen wir das
Flugzeug.
Wir haben viele Eindrücke und Erfahrungen aus der „Neuen Welt“ mitgenommen
und viele neue Freunde gefunden. Wir haben die Unterschiede und
Gemeinsamkeiten der verschiedenen Kulturen entdeckt und neue Bräuche
liebgewonnen.
Zum Schluss möchten wir uns bei den amerikanischen Gastfamilien, Frau
Schuricht und Herrn Langen sowie auch Mr. Dodge, „Supermum“ und allen
anderen, die am Austausch mitgewirkt haben, bedanken. Wir hatten eine
fantastische Zeit.
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