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Abenteuer mit Verspätung
Austauschschüler aus Tucson im US-Staat Arizona am
Maxe zu Gast
Von unserer Mitarbeiterin
Ute Winsemann
Eine
einzige Glühbirne ist schuld, dass der Besuch von 15 Austauschschülern aus den
USA am Max-Planck-Gymnasium mehr als einen Tag kürzer ausfällt als geplant. Weil
die Birne kaputt war, startete das Flugzeug in Oakland erst mit dreistündiger
Verspätung. Dann war der Anschluss weg und eine Übernachtung in Denver fällig,
und es wurde Sonnabendabend statt Freitagmittag, bis die Jugendlichen mit der
begleitenden Lehrerin Joyce Meyer in Delmenhorst eintrafen. Das Gepäck brauchte
sogar noch einen Tag mehr. Die Schüler hätten das ganze jedoch eher als
Abenteuer angesehen und in den Zwangspausen unterwegs einfach schon mal
angefangen, die Geschichte per Videokamera festzuhalten, berichtete Meyer
gestern bei der offiziellen Begrüßung der Maxe-Leiterin
Cordula Fitsch-Saucke. Die hatte zuvor Gäste und Gastgeber aufgefordert, den
Austausch als Gelegenheit zur Völkerverständigung im Kleinen zu nutzen, sich zu
begegnen, miteinander zu sprechen und den Alltag zu teilen.
Der hielt für die Mädchen und Jungen aus der Cholla High Magnet School in
Tucson, der zweitgrößten Stadt des Staates Arizona, in der kurzen Zeit schon so
manche Überraschung bereit. Zum Beispiel beim Essen. Das sei doch ziemlich
anders als bei ihnen zu Hause, waren sich alle einig. Und offenbar nicht immer
leicht zu finden. Sie hätte zunächst erfolglos nach dem Kühlschrank gesucht,
berichtete etwa eine Schülerin, weil sie ihn nicht hinter der bei ihnen
unüblichen Einbau-Front vermutete, die wie ein ganz normaler Schrank wirkte.
Gleich mehrere Gäste unterhielten sich verwundert über eine weitere Entdeckung:
Lebensmittel würden im Keller gelagert.
Was aber keineswegs als Zeichen höhlenmenschartiger Rückständigkeit gewertet
wurde. Im Gegenteil. Sie hätten sich Deutschland nicht so fortschrittlich
vorgestellt, gestanden die Jugendlichen. Zum Beispiel, dass in fast jeder der
Gastfamilien ein Hochgeschwindigkeits-Zugang zum Internet vorhanden sei, habe er
nicht erwartet, meinte ein Junge.
In anderer Beziehung ist dagegen weniger Technik gefragt, als die Jugendlichen
gewohnt sind. Im heißen Südwesten der USA, nicht allzu weit weg von Mexiko, wird
für den Schulweg im allgemeinen ein klimatisiertes Auto benutzt, hier ist
Radfahren bei Schmuddelwetter angesagt. Worauf sich die
Gäste aber gern einlassen wollen. Nicht nur, weil alles gut zu erreichen sei.
Sondern auch, weil die Schüler, die seit zwei bis drei Jahren Deutsch lernen,
bewusst "alles, was deutsch ist," mitmachen wollen, wie Meyer sagte.
Dazu soll nach Planung der für den Austausch zuständigen Maxe-Lehrerinnen
Christel Becker und Marlen Morisse bis zum 16. Juni neben Unterricht und
Freizeit in den Familien auch ein gemeinsamer Ausflug von Gästen und Gastgebern
nach Norderney gehören. Eine mehrtägige Reise an den Rhein bleibt dagegen nur
den Amerikanern vorbehalten.
Austauschseite
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