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Kreisblatt, Ausgabe vom 3. Juni 2005

Zwei weitere Grundschulen im „Verbund Hochbegabtenförderung“

Erweiterungen und neue Zusammenschlüsse genehmigt


(szy). Die Grundschulen Bernhard Rein und Wilhelm Niermann werden ab dem 1. August in den Verbund zur Hochbegabtenförderung vor Ort aufgenommen. Das teilte das Niedersächsische Kultusministerium jetzt mit. Dem seit gut einem Jahr bestehenden Zusammenschluss gehören somit künftig das Max-Planck-Gymnasium die neu aufgenommen beiden Schulen sowie die Marienschule und – bis zum Schuljahresende – die Hermann-Allmers-Grundschule an.

Cordula Fitsch-Saucke, Leiterin des Gymnasiums an der Max-Planck-Straße, begrüßte gestern auf Anfrage die Erweiterung des Kooperationsverbundes, der sich schon in dem einen Jahr des Bestehens bewährt habe. Das belegten nicht zuletzt die in der relativ kurzen Zeit erzielten Lernerfolge der bis zu 90 Kinder und Jugendlichen aus unterschiedlichen Jahrgängen. Gefördert werden die Mädchen und Jungen in schulformübergreifenden Angeboten. In den am Nachmittag stattfindenden Interessengemeinschaften gehe es darum, möglichst frühzeitig Begabungspotenziale aufzugreifen. „Die Kinder arbeiten jahrgangsgemischt, bringen sich konstruktiv ein und sind selbstbewusst und akribisch“, fasst Fitsch-Saucke die Erfahrungen nach einem Jahr zusammen.

Erste Erfolge hätten sich bereits eingestellt und spiegelten sich beispielsweise im guten Abschneiden am Bundes-Mathematikwettbewerb „Kaenguru“ sowie bei den beim Wettbewerb Jugend trainiert für Olympia in unterschiedlichen Disziplinen erzielten Erfolgen wider. Aber auch die Arbeit im musischen, naturwissenschaftlichen, sprachlichen und künstlerischem Bereich trage sichtbare Früchte. Die Schulen kooperieren laut Fitsch-Saucke nicht nur systematisch miteinander, sondern arbeiten auch eng mit der Universität Osnabrück zusammen, die die Hochbegabtenförderung vor Ort wissenschaftlich begleitet. Parallel werden Kontakte zum Hanse-Wissenschaftskolleg sowie zu anderen örtlichen Institutionen, darunter die Jugendkunstschule, und – im Bereich des Sports – zu Vereinen unterhalten.

Für die Zukunft wünscht sich Cordula Fitsch-Saucke eine verstärkte Projektarbeit mit Seminarcharakter. Außerdem ist die Gründung einer Elterninitiative geplant. „Die meisten der Kinder werden von ihren Müttern gebracht, die dann in der Cafeteria auf ihre Kinder warten“, berichtet die Schulleiterin. Daher sei es sinnvoll, den so ohnehin schon stattfindenden Austausch der Eltern zu bündeln. Langfristig hofft Fitsch-Saucke, auch die Kindergärten mit ins Boot holen zu können. „Wir sind bereits mit drei Kindergärten im Gespräch und würden gern Schnittstellen zwischen den Grundschulen und den Kindergärten schaffen, um so das Ziel einer individuellen Förderung im frühesten Kindesalter zu erreichen.“ Nur auf diesem Wege sei eine Bildungsgerechtigkeit für alle Kinder zu erreichen. Dass das Konzept des Delmenhorster Kooperationsverbundes Hochbegabtenförderung Erfolg verspricht, belegt auch der große Zuspruch, den die Arbeit des Verbundes nach Angaben Fitsch-Sauckes seitens der Schulbehörde erhalten hat. „Wir sind auf dem Weg, ein kleines Kompetenzzentrum zu werden“, blickt sie zuversichtlich in den Zukunft.

Laut Georg Weßling, Sprecher des Niedersächsischen Kultusministeriums, gibt es im kommenden Schuljahr landesweit an 50 Standorten Kooperationen, in die 291 Schulen und 30 Kindertagesstätten eingebunden sind. Somit sei Niedersachsen dabei, ein flächendeckendes Netz zu schaffen. Möglich wurde dies, so Kultusminister Bernd Busemann, durch die engagierte Arbeit in Schulen und Kindertagesstätten und die daraus resultierenden qualifizierten Konzepte. Erfahrungsgemäß gehörten zwischen zwei und fünf Prozent der Mädchen und Jungen eines Jahrganges zu den hochbegabten Kindern.

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