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Weserkurier, Ausgabe vom 13. Juni 2005
Von unserem Redakteur Gerd Weber Schwarz auf weiß liegt das Arbeitsergebnis vor: "Comets News" nennt sich die internationale Zeitung, die Schüler des Max-Planck-Gymnasiums mit Partnern in Frankreich, Italien, Polen, Finnland und Ungarn gestaltet haben. Und nun nehmen die Schüler das nächste Vorhaben in Angriff: Es soll ein Film über Straßen mit europäischem Bezug gedreht werden. Eine knappe Woche lang hatte eine Schülergruppe des Max-Planck-Gymnasiums in der Partnerschule in San Miniato in Italien gemeinsam mit den anderen Beteiligten letzte Hand an die Zeitung gelegt. "Es war interessant", berichtet Carolin Scharf von der redaktionellen Schlusskonferenz. Auch Sylvia Kaleta und Nathalie Sude waren zufrieden. Die aus sechs Ländern stammenden Schüler hatten in der Vorbereitungsphase ihres von der Europäischen Union geförderten Kooperationsprojekts über Straßennamen in ihren Städten geforscht, Gründe für Namensbenennungen recherchiert, sich mit bedeutenden Wirtschaftsunternehmen beschäftigt und auch die eine oder andere Kuriosität zu Tage gefördert. In San Miniato wurde nun aus den angelieferten Texten und Fotos die achtseitige Zeitung in Großformat zusammengestellt. "Es hat schon eine Zeitlang gedauert, bis man sich auf die Auswahl einigen konnte", berichtet Carolin Scharf. Die Verständigung erfolgte in englischer Sprache, in die auch die Texte für die Zeitung übersetzt wurden. Neben der Arbeit fanden die Schüler noch Zeit für Ausflüge nach Pisa und Florenz. Mit der Unterbringung in ihren Gastfamilien waren die Jugendlichen sehr zufrieden. Die "Maxe"-Schüler konnten in der gemeinsamen Zeitung ihre Texte über Bismarckstraße, Letterhausstraße, Max-Planck-Straße, Bachstraße, Schumannstraße und Max-und-Moritz-Straße unterbringen und als Kuriositäten die Namensgeschichten von Fischstraße und Straße Am Poggenpohl zum gemeinsamen Werk beisteuern. Außerdem finden sich in der Hochglanzpublikation Nordwollegelände und Galerie Haus Coburg wieder. Bei einem Vergleich der Beiträge schneidet das Max-Planck-Gymnasium in puncto Kreativität gut ab. Die Delmenhorster Schüler haben nicht, wie vielfach ihre Partner, dröge lexikalische Informationen abgeliefert, sondern ihre Texte zum Teil in Interviewform oder Dialogform gehalten. Da wird der Namenspatron der Bismarckstraße respektlos mit "Hi, Otto" begrüßt, da plaudern die Musiker Bach und Schumann miteinander, und Max und Moritz nehmen Stellung zu ihren Streichen. Die Anekdote von der Benennung der Fischstraße nach zwei früheren Bewohnern, deren Namen Assoziationen an Butt und Stint wecken, bringt die Lesen ebenso zum Schmunzeln wie die Geschichte der Frösche, deren Teich durch den Bau der Straße Am Poggenpohl trockengelegt wurde. Eine kreative Ader offenbarten auch die italienischen Schüler. Sie geben den Lesern Rätsel über Dante, Pinocchio und den Schriftsteller Collodi zum Knacken auf und testen in einem Quiz das Wissen über Kolumbus und Vespucci. Einen amüsanten Einfall hatten auch die ungarischen Schüler. Sie haben die Straßen in Miskolc unter die Lupe genommen, die auf Fauna und Flora Bezug nehmen, und die Ergebnisse statistisch penibel ausgewertet. Pflanzennamen tauchen im Straßenbild von Miskolc danach deutlich häufiger auf als Tiernamen. Und bei letzteren überwiegen die Vögel. Der erste Teil des auf drei Jahre angelegten europäischen Kooperationsprojektes ist mit der Publikation der Zeitung abgeschlossen. Nun geht es an die bewegten Bilder. Die Schüler aus Delmenhorst, Marignane in Frankreich, San Miniato in Italien, Helsinki in Finnland, Bialystok in Polen und Miskolc in Ungarn stellen gemeinsam einen Straßenfilm her. Jede Schule steuert zehn Minuten zum Streifen bei. Alle sechs Schulen sollen, wie Markus Schulenkorf, einer der Lehrer, die das Projekt betreuen, die Aufgabe erläutert, in ihren Städten eine Straße mit europäischem Bezug auswählen. Der Bezug kann im Namen liegen oder bei den Anliegern, etwa wenn europäische Firmen dort angesiedelt sind. Und dann müssen die Schüler diese Straße zum Leben erwecken - durch ein Fest, ein Theaterspiel oder andere Aktionen. Das nächste Treffen findet in Polen statt, dort soll der Film geschnitten werden.
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