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Delmenhorster Kurier, Ausgabe vom 13. Juli 2005
Von unserem Redakteur Gerd Weber
Und zu Ehren des Schöpfers der Relativitätstheorie und des Pazifisten Einstein kochten und servierten die Schüler Gemüsestrudel, Erdbeerkuchen und andere fleischfreie Gerichte, und das alles für einen guten Zweck: Der Erlös geht an die "Tafel", die gespendete Lebensmittel an Bürger mit dünnem Portemonnaie verteilt. Dauerhafter als der Gemüse-Einstein dürfte sein traditionell in Farbe gestalteter Bruder sein, der künftig einen Flur des naturwissenschaftlichen Trakts des Max-Planck-Gymnasiums schmückt. Das Wandbild zeigt ein Porträt des Physikers und daneben den Kosmos mit einer strahlenden Sonne. Acht Schülerinnen des elften Jahrgangs arbeiten seit Tagen mit ihrer Lehrerin Marlen Morisse an dem Werk: Nele Hellbernd, Julia Schwab, Nina Gieschen, Stefanie Schön, Virginia Sroka, Franziska Wienß, Hanna Rose und Jonathan Steinbeck. Nach den Ferien werden die Schülerinnen noch einmal auf Leitern steigen und zum Pinsel greifen. Dann wollen sie das Bild mit einem Einstein-Zitat ergänzen: "Zwei Dinge sind unendlich. Das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum bin ich mir aber noch nicht ganz sicher." Einstein über Einstein wohin der Blick fiel: Das Max-Planck-Gymnasium hatte die Projektwoche zum Ende des Schuljahres unter ein zentrales Thema gestellt. Von den Fünftklässlern bis zu den Leistungskursen der Oberstufe hatten sich alle Schüler des Gymnasiums mit Leben, Werk und dem wissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Erbe des Physikers befasst, dessen Veröffentlichung der Relativitätstheorie sich 2005 zum hundertstenmal jährt. Ein fiktives Tagebuch, der Biografie nachempfunden, und einen Familienstammbaum Einsteins in altertümlichen Schriftzügen hat die Klasse 10 d herausgebracht - auf Papier, das unter Einsatz von Kaffee auf alt und braun getrimmt wurde. Alles über Einstein von A bis Z wissen Yasmin Ölker, Eileen Ritter, Maike Loga und Carina Behrens und ihre Klassenkameraden von der 8 b der "Maxe". Aus Lexika und anderen Büchern sowie aus dem Internet haben die Schüler ihr Wissen zusammengetragen und auf Tafeln zu einer Ausstellung arrangiert. Die Einstein-Kenntnissse ihrer Mitschüler und Lehrer testet die Klasse mit einem Rätsel, das die eine oder andere harte Nuss enthielt, etwa die Frage: "Wie lange hielten Einsteins Ehen?" Selbst der Schulhof des Gymnasiums zollte Einstein Tribut: Auf das Pflaster waren Spielpläne gemalt, auf denen sich die Schüler durch die richtige Beantwortung von Fragen Schritt für Schritt einem Ziel näherten. Ein kleines Konzert würdigte den Musikliebhaber Einstein. Naturwissenschaftliche Vorführungen fehlten natürlich nicht. Mit dem Thema "Albert Einstein und die Atombombe" hatten sich Schüler des neunten Jahrgangs auseinandergesetzt. Behandelt wurden der Bau der amerikanischen Atombombe im Zweiten Weltkrieg, Kalter Krieg und die von weltweiten Protesten begeleitete Hinrichtung des Ehepaars Rosenberg wegen angeblicher Spionage in den USA der fünfziger Jahren. Auch Tschernobyl und die Folgen der Reaktorkatastrophe mit der Verstrahlung weiter Landstriche wurden in der Einstein-Projektwoche aufgegriffen. Und nun wissen die Schüler des Gymnasums an der Max-Planck-Straße alles über Einstein. Zumindest aber mehr als der Durchschnitt der Bevölkerung: In einer Umfrage, die "Maxe"-Schüler abhielten, wussten nur 44 Prozent der Befragten, dass Einstein Vegetarier war. 36 Prozent hielten ihn für einen Choleriker, und zwei Prozent gar für einen - Alkoholiker.
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