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Delmenhorster Kurier, Ausgabe vom 24. November 2005
Von unserem Redakteur Gerd Weber
Einen lockeren Umgangston zwischen Lehrern und Schülern haben Sara Nietzold und Mona Meinerts in der Partnerschule in Toledo ausgemacht. Das Unterrichtsniveau fanden sie nicht so anspruchsvoll wie an ihrem Gymnasium. "Der Deutschunterricht war in Ordnung", bescheinigen sie aber der Partnerschule. Was den beiden Delmenhorster Jugendlichen auffiel, war, dass ihre amerikanischen Kollegen nachmittags nach der Schule durchweg jobben, und das bis in den Abend hinein. Viele fahren gleich von der Schule zur Arbeit. Die städtische Struktur in Toledo spiegelt die Einkommensschichtung gut wider: Die Wohlhabenderen wohnen in den Außenbezirken, die weniger Begüterten im Innenbereich. Was den Schülerinnen besonders auffiel, waren die starken Sicherheitsvorkehrungen an öffentlichen Gebäuden. Zum Austauschprogramm gehörte auch ein deutsch-amerikanisches Fest mit deutschem Essen in Toledo , erzählte Sara. Deutschen Kuchen und auch Gulasch kannten die Gastgeber bereits, Schwarzbrot und Leberwurst beäugten insbesondere die jüngeren etwas skeptisch. Sie bevorzugten dann doch lieber Weißbrot. "Heiß" ist es Laura Kneller und Annika Schimmel bei ihrem Schüleraustausch geworden: Über 40 Grad herrschten in Arizona. "Nett und groß" war ihre Partnerschule: 1700 Schüler. Das Anforderungsniveau sei nicht so hoch gewesen, stellten Laura und Annika fest. Großen Eindruck hat auf sie die Besichtigung des Grand Canyons gemacht. Sie bekamen bei ihrem Amerikagastspiel auch etwas lateinamerikanisches Flair mit: 75 Prozent der Schüler ihrer Partnerschule waren mexikanischer Abstammung, weitere 15 Prozent indianischer Herkunft. Eine lockere entspannte Lebensweise haben Kira Hess und Esther Mertens in Malta ausgemacht. Ihre Gastschule war eine Privatschule, die vom Kindergarten bis zur zehnten Klasse viele Altersgruppen abdeckt. Die Schule hat Gästehäuser, in denen die sieben Delmenhorster Schüler untergebracht waren. Dem Unterricht bescheinigen Kira und Esther, dass er interessant gestaltet war und "nicht so streng", Respekt hätten die Schüler aber vor den Lehrern gehabt. Die Klassenzimmer waren in Kleinigkeiten besser ausgestattet als in deutschen Schulen. Nach Malta seien sie gern gefahren, berichteten die beiden Mädchen: Die Insel sei nicht so bekannt wie Amerika. Ende März kommen die Jugendlichen aus Malta zum Gegenbesuch nach Delmenhorst. Einen "ganz trockenen Unterricht" haben Stefanie Peiler und Jan Krawczyk in der französischen Partnerstadt Allonnes mitbekommen: Der Lehrer steht vorn, die Schüler schreiben mit. Disziplin wird sehr groß geschrieben: Die Klassen betreten morgens in geschlossener Formation das Schulgebäude, das im übrigen ganz umzäunt war. In Allonnes sahen sie auffallend viele Plattenbauten.
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