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Delmenhorster Kreisblatt, Ausgabe vom 24. November 2005

Von Thomas Breuer

 

„Maxe“ ist viel auf Achse

66 Jugendliche beteiligten sich an den Austauschreisen 2005

Amerika, Frankreich und Malta – die Ziele der Austauschschüler des Max-Planck-Gymnasiums im laufenden Jahr können sich sehen lassen.

Ein Dirndlkleid hatte Marina Coldewey zwar nicht im Gepäck, doch ihre Gastfamilie in Towson im US-Bundesstaat Maryland wäre nicht verwundert gewesen. „Die hatten das typische Bayernbild im Kopf.“ Dass nicht alle Deutschen einen Sepplhut tragen und vor einer Bergkulisse leben, konnte die Oberstufenschülerin mit Fotos aus ihrer Heimat belegen – und damit die Nationen ein Stück aufeinander zu bewegen.

Gleich 66 Schülerinnen und Schüler nahmen im laufenden Jahr an den fünf internationalen Austauschfahrten des Max-Planck-Gymnasiums teil. 42 von ihnen verteilten sich auf die drei Reisen nach Amerika, wo außer Towson auch Toledo in Ohio und Tucson in Arizona angesteuert wurden. Andere Gruppen reisten in die französische Partnerstadt Allonnes und erstmals nach Swatar auf Malta.

Esther Merten zählte zu den Jugendlichen des zehnten Jahrgangs, die Malta erkundeten und als einzige nicht in Familien, sondern in Gästehäusern unterkamen. Sie staunte über „teilweise große Häuser und reiche Leute“ in einem Land, das ihr vorher kaum bekannt war. „Die Landschaft ist da richtig schön“, weiß jetzt auch Kira Hess.

Weniger Baguettes als erwartet haben Fabian Schulmann und 16 weitere Schülerinnen und Schüler vorgesetzt bekommen, als sie in der ersten Oktoberhälfte Allonnes besuchten. Von den sich landesweit anbahnenden sozialen Unruhen haben sie nichts mitbekommen, weshalb die plötzliche Randale überraschend gewesen sei.

„Ich hab’ mir das schlimmer vorgestellt“, meinte Marina Harasiuk, die in der ersten Oktoberhälfte zu den Toledo-Reisenden gehörte. Inzwischen weiß sie, dass längst nicht alle Amerikaner sich nur von Fast Food ernähren, wohl aber bisweilen zu großen Gesten neigen. Denn die komplette Reisegruppe wurde prompt zu Ehrenbürgern ernannt. Zu den Höhepunkten der Reise zählten jeweils zweitägige Abstecher nach Chicago und zu den Niagarafällen.

Den Grand Canyon hatten 14 Zehnt- und Elftklässler vor Augen, die im September/Oktober Tucson in Arizona besuchten. Maren Precht faszinierte vor allem die mexikanisch-indianisch-amerikanische Kulturvielfalt an der von den Maxe-Leuten besuchten Cholla Magnet High School. Mit ihrer Freundin aus der Gastfamilie telefoniert sie jetzt öfter, „egal, was es kostet“.

Bereits die bis zu 1200 Euro für die US-Reisen waren kein Pappenstiel. Die Lehrerschaft gibt allerdings zu bedenken, dass außerschulische Sprachreisen wesentlich teurer seien.

Deshalb ist die Maxe auch im nächsten Jahr garantiert wieder viel auf Achse.

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