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Delmenhorster Kreisblatt, Ausgabe vom 2. März 2007

Titelzeile: Mord und Totschlag stehen im Maxe auf dem Lehrplan

Unterzeile: Krimiautorin Sandra  Lübkes trifft Schüler der achten und neunten Klasse

Die Autorin aus Ostfriesland schreibt Krimis mit lokalem Bezug. Gestern las sie in der Bibliothek des Max-Planck-Gymnasiums Kurzgeschichten aus ihrem Werk „Wellengang“ und beantwortete die zahlreichen Fragen der Schüler.

Von Daniel Gratzla

Kurzgeschichten aus ihrem Buch „Wellengang“ las Sandra  Lübkes gestern vor Acht- und Neuntklässlern des Maxe. Ein Exemplar überließ sie der Schulbibliothek.. FOTO: Daniel Gratzla

Delmenhorst. „Ich erzähle euch heute was über Mord und Totschlag“, beginnt Sandra Lübkes. Damit hat sie die Aufmerksamkeit der Schüler schon gewonnen. Drei Klassen der achten und neunten Stufe sind in die Bibliothek gekommen, um die Krimiautorin zu treffen. Eine zweite Lesung für weitere drei Schulklassen folgt.

Lübkes berichtete zunächst von einer  Leiche, die auf ihrer Heimatinsel Juist angeschwemmt wurde. „Ich habe einige Details verändert und einiges ausgeschmückt.“ So machte sie aus der wahren Begebenheit eine Kurzgeschichte – die sie den Schülern auch nicht vorenthalten wollte.  Der Kurzkrimi wirft beim jungen Publikum erste Fragen auf: „Haben Ihre Geschichten alle reale Vorbilder?“ Und: „Wie lange brauchen Sie für einen Krimi?“

„Ich schreibe relativ schnell“, antwortet Lübkes. Für einen Roman reichten ihr oft vier bis fünf Monate. Meistens basierten die Geschichten auf realen Ereignissen. Die 35-Jährige hat sich auf Krimis mit norddeutschen Schauplätzen spezialisiert. Aufgewachsen ist sie auf der Nordseeinsel Juist, mittlerweile lebt sie in der ostfriesischen Kleinstadt Norden. Sieben Romane und zahlreiche Kurzgeschichten hat sie veröffentlicht, ihr neuestes Werk ist die Kurzkrimi-Sammlung „Wellengang“. Außerdem singt sie Chansons und hat schon Texte für eine Rockband geschrieben. 

 Die Idee, die Autorin nach Delmenhorst einzuladen, stammt von Deutschlehrerin Wilke Timm: „Ich habe sie bei einer Lesung auf Spiekeroog erlebt und dachte, das wäre doch mal was, um die Schüler fürs Schreiben zu begeistern.“ In ihrem Unterricht konnten sich die Schüler bereits selbst als Krimiautoren versuchen, indem sie das Ende zu einer Kurzgeschichte von Lübkes schrieben.  

„Aber wie plant man, wenn man einen ganzen Roman schreibt?“, will eine Schülerin wissen. „Ich mache keinen großen Plan, sondern schreibe einfach drauf los“, beschreibt Lübkes ihre Arbeitsweise. Zudem gibt sie Tipps, wie der Aufbau stereotyper Fernsehkrimis zu durchschauen ist: „Der Täter ist immer der dritte Verdächtige.“ Diese Schablone passe auf fast jeden „Tatort“, weiß die Referentin.
Wer sich von den Maxe-Schülern selbst im Krimischreiben üben will, könne sich gerne an sie wenden, bot die Autorin an: „Soviele Fragen wie heute habe ich ja noch nie gestellt bekommen.“

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