Apart besetzt und spielfreudig
Gelungener
Abschluss der Orchesterwoche mit Maxe-Schülern und Gästen aus Lublin
Von unserem Mitarbeiter Günter Matysiak
DELMENHORST.
"Leider vorbei": Nach einer ereignisreichen Woche voller Arbeit und voller
Spaß und nach diesem beeindruckenden Abschlusskonzert samt Dankes- und
Lobreden am Freitag im Gemeindesaal von St. Marien war Herta Schwenders
Schlusswort von lapidarer Wehmut.
Nicht lange vorher hatte das "Sie kommen!" der Lehrerin freudig lapidar
geklungen, wie die Leiterin des Max-Planck-Gymnasiums Cordula Fitsch-Saucke
in ihrer herzlichen Lobrede an die vielen beteiligten Eltern und Lehrer
berichtete. Auch im vereinten Europa ist der Besuch einer Schulklasse aus
dem polnischen Lublin nämlich beileibe keine Normalität, sondern steht bis
zum letzten Tag auf der Kippe. Aber es hatte wieder geklappt, wie es seit
dem ersten Besuch 1996 immer geklappt hatte, auch wenn polnische und
deutsche Schüler manchmal ganz abenteuerliche Reisen erlebt haben.
Immer war das "Abenteuer" aber gekrönt von der Freude gegenseitigen
Kennenlernens und dem Erfolg gemeinsamer musikalischer Arbeit, die hier vor
Eltern, vielen ehemaligen "Lublin-erfahrenen" Schülern und auch
Oberbürgermeister Patrick de La Lanne mit Frau in inoffizieller
"Elternfunktion" präsentiert wurde.
Die Gäste aus Lublin (eine unserer Partnerstädte, was
man ohne diese Schulaktivitäten wohl fast vergessen könnte) sind
Schülerinnen und Schüler der OSM Karol Lipinsky Schule, eines
Musik-Gymnasiums. Musik besitzt dort also eine deutlich höhere Gewichtigkeit
als beim so genannten Musikzweig des Max-Planck-Gymnasiums. So trugen die
Gäste auch den überwiegenden Teil des Programms , als Solisten und im
gemeinsamen Orchester, das sich in den wenigen Tagen beste Qualitäten
erarbeitet hatte.
Das gab es eine "satt" klingende, Streichergruppe, kerniges Blech, viele
klangfüllende Keyboards, einen knackigen Bass und warm timbrierte
Holzbläser, denen die Blockflöten einen ganz eigenen Sound gaben. Etwa in
der betonten Naturhaftigkeit des Anfangs in Griegs "Morgenstimmung" mit
ihrer bildhaften Sonnenaufgangs-Dynamik. Auch in den beiden
Kurt-Weill-Medleys mit dem genau getroffenen "Dreigroschen"-Ton, der
Popnummer "Fever" oder dem Satz aus Gustav Holsts "Die Planeten" bot dies so
apart besetzte und spielfreudige Orchester unter der Leitung von Herta
Schwender Hörvergnügen, von dem man gar nicht genug bekommen wollte.
Vier Solobeiträge gab es: Julia Mirecka spielte auf der Gitarre zwei Sätze
aus einer Suite von Jorge Cardosos mit feinem Latin-feeling, und Margosza
Gawlik bot pianistische Sorgfalt in einer Klavier-Etüde von Johann Baptist
Cramer. Saxophon-Spiel bester alter französischer Schule demonstrierte
Kamila Siepsiak, kompetent begleitet von Paulina Kuchnia am Klavier, mit
einem der "Tableaux de Provence" von Paul Maurice und einer "Aria" von
Eugene Bozza: Französische Moderne voller Spielwitz und mediterrane
Sinnlichkeit mit kraftvoll-warmen Forteklang.
Langer Beifall, stehende Ovationen, "Fever" als Zugabe: "Leider vorbei" bis
zum nächsten "Sie kommen!".
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- Letzte Änderung:
19.03.07