liner.gif (1617 Byte)

Delmenhorster Kreisblatt, Ausgabe vom 2. März 2007

Apart besetzt und spielfreudig

Gelungener Abschluss der Orchesterwoche mit Maxe-Schülern und Gästen aus Lublin

Von unserem Mitarbeiter Günter Matysiak

DELMENHORST. "Leider vorbei": Nach einer ereignisreichen Woche voller Arbeit und voller Spaß und nach diesem beeindruckenden Abschlusskonzert samt Dankes- und Lobreden am Freitag im Gemeindesaal von St. Marien war Herta Schwenders Schlusswort von lapidarer Wehmut.

Nicht lange vorher hatte das "Sie kommen!" der Lehrerin freudig lapidar geklungen, wie die Leiterin des Max-Planck-Gymnasiums Cordula Fitsch-Saucke in ihrer herzlichen Lobrede an die vielen beteiligten Eltern und Lehrer berichtete. Auch im vereinten Europa ist der Besuch einer Schulklasse aus dem polnischen Lublin nämlich beileibe keine Normalität, sondern steht bis zum letzten Tag auf der Kippe. Aber es hatte wieder geklappt, wie es seit dem ersten Besuch 1996 immer geklappt hatte, auch wenn polnische und deutsche Schüler manchmal ganz abenteuerliche Reisen erlebt haben.

Immer war das "Abenteuer" aber gekrönt von der Freude gegenseitigen Kennenlernens und dem Erfolg gemeinsamer musikalischer Arbeit, die hier vor Eltern, vielen ehemaligen "Lublin-erfahrenen" Schülern und auch Oberbürgermeister Patrick de La Lanne mit Frau in inoffizieller "Elternfunktion" präsentiert wurde.

Die Gäste aus Lublin (eine unserer Partnerstädte, was man ohne diese Schulaktivitäten wohl fast vergessen könnte) sind Schülerinnen und Schüler der OSM Karol Lipinsky Schule, eines Musik-Gymnasiums. Musik besitzt dort also eine deutlich höhere Gewichtigkeit als beim so genannten Musikzweig des Max-Planck-Gymnasiums. So trugen die Gäste auch den überwiegenden Teil des Programms , als Solisten und im gemeinsamen Orchester, das sich in den wenigen Tagen beste Qualitäten erarbeitet hatte.

Das gab es eine "satt" klingende, Streichergruppe, kerniges Blech, viele klangfüllende Keyboards, einen knackigen Bass und warm timbrierte Holzbläser, denen die Blockflöten einen ganz eigenen Sound gaben. Etwa in der betonten Naturhaftigkeit des Anfangs in Griegs "Morgenstimmung" mit ihrer bildhaften Sonnenaufgangs-Dynamik. Auch in den beiden Kurt-Weill-Medleys mit dem genau getroffenen "Dreigroschen"-Ton, der Popnummer "Fever" oder dem Satz aus Gustav Holsts "Die Planeten" bot dies so apart besetzte und spielfreudige Orchester unter der Leitung von Herta Schwender Hörvergnügen, von dem man gar nicht genug bekommen wollte.

Vier Solobeiträge gab es: Julia Mirecka spielte auf der Gitarre zwei Sätze aus einer Suite von Jorge Cardosos mit feinem Latin-feeling, und Margosza Gawlik bot pianistische Sorgfalt in einer Klavier-Etüde von Johann Baptist Cramer. Saxophon-Spiel bester alter französischer Schule demonstrierte Kamila Siepsiak, kompetent begleitet von Paulina Kuchnia am Klavier, mit einem der "Tableaux de Provence" von Paul Maurice und einer "Aria" von Eugene Bozza: Französische Moderne voller Spielwitz und mediterrane Sinnlichkeit mit kraftvoll-warmen Forteklang.

Langer Beifall, stehende Ovationen, "Fever" als Zugabe: "Leider vorbei" bis zum nächsten "Sie kommen!".

 Zur Pressehauptseite     Zur Seite "Partnerschulen"

Verantwortlich für die Web-Seiten: Reinhard Burmeister, StD - Letzte Änderung: 19.03.07