Vergnügliche Unterhaltung
geboten
Maxe-Schüler und polnische
Gäste musizierten zum Abschluss einer ereignisreichen Austauschwoche
gemeinsam
Von unserem Mitarbeiter
Günter Matysiak
DELMENHORST.
Den konzertanten Abschluss einer ereignisreichen Austauschwoche erlebten die
Zuhörer am Freitag im Max-Planck-Gymnasium. Schüler aus den
Musikprofilklassen des Maxe musizierten gemeinsam mit ihren polnischen
Gästen der Karol-Lipinski-Schule aus der südöstlich von Warschau gelegenen
polnischen Partnerstadt Lublin.
Die Karol-Lipinski-Schule ist ein MusikFachgymnasium, wie wir es bei uns
nicht kennen. Musik ist Hauptfach, eine streng regulierte
Instrumentalausbildung geht damit einher und mit dem Abiturzeugnis erhalten
die Absolventen ein erstes Instrumentallehrer-Diplom. Die Musikprofilklassen
des Delmenhorster Maxe mit Jürgen Schmelz als Motor dieses Austausches
pflegen eine lebendige Beziehung dorthin.
Neben Ausflügen nach Hamburg mit Musicalbesuch, Besuch der
Steinway-Flügelfabrik und Stadtbummel sowie einer Orgelführung im Bremer Dom
im offiziellen Programm lag den polnischen und deutschen Schülern in ihrer
gemeinsamen Woche auch das gemeinsame Musizieren am Herzen. Ein bunt
besetztes Orchester und ein Chor hatten mit dem "Adiemus" und dem
"Cantus iteratus" von Karl Jenkins zwei Stücke aus dem Bereich einer
populären Pseudoklassik und das "Summer nights" aus dem Film "Grease" in
knapper Probenzeit einstudiert und boten unter der Leitung von Jürgen
Schmelz mit ihrer ausgearbeiteten Interpretation vergnügliche Unterhaltung.
Die jungen Solisten aus Lublin musizierten allesamt auf höchst beachtlichem
Niveau. Besonders gefallen konnte gleich am Anfang Joanna Rodriguez mit dem
a-Moll Walzer op.34 Nr.2. Ihr Spiel verbindet eine ausgeprägte pianistische
Körperlichkeit mit tiefer musikalischer Empfindung. Auch Jonasz Lczypinski
bot mit "Reguerdos de la Alhambra" von Alfred Cottice ausgereiftes
Gitarrenspiel. Dass ein Blackout beim Konzertieren, wenn man denn wieder
"reinkommt", kein tragisches Unglück ist, wird er auch gelernt haben, zumal
eine Extra-Portion Applaus dabei heraussprang, die ihn zum Verbeugen
herausrief. In dem "Tableaux des Provence" von Paule Maurice zeigte Gregorz
Bil (begleitet von Paulina Kuchniak) sich als Saxofonist mit Sentiment und
farbigem Ton. Paulina spielte auch Chopins c-Moll Etüde op.25 mit einer
Virtuosität der leichten Hand. Hanna Golcbioskas Interpretation des
chopinschen "Regentropfen-Preludes" war unsentimental-ernsthaft und Michal
Potrci brillierte mit einer Mendelssohn-Etüde.
Die Jüngste der polnischen Gäste, die Gitarristin Julia Mirecka hatte für
Jorge Martinez Zarates "Danza" feines Gespür für Kantabilität und
rhythmische Kraft.
Mit flirrenden Klangfarben und einer virtuosen rhythmischen Gestaltung
machte Marcin Koziol das "Fuoco" aus einer Sonatine für Gitarre solo von
Roland Dyens zu einer spannenden Begegnung zwischen dem französischen
Expressionismus und Elementen des Jazz. Wie die Orchesterbeiträge war auch
Daniel Werners bejubelte Version des "Swing life away" von "Rise against"
ein poppiges Gegengewicht zur "Klassik" der Gäste. Das Konzert war natürlich
Anlass für viele Dankesworte. Magdalena Paczynska (mit Anna Nakoniecna
begleitende Lehrerin der Gäste) hatte die in perfektem Deutsch bereit und
dankte für die "schönen Tage". Jürgen Schmelz bescheinigte seinem
polnisch-deutschem Team musikalische und sonstige Professionalität. Dass so
ein großes Unternehmen dann auch noch entspannt abläuft, war auch der
Elternmitarbeit zu verdanken, die Schmelz entsprechend hervorhob.
Schulleiterin Cordula Fitsch-Saucke würdigte die gegenseitige
Gastfreundschaft als ein großes Geschenk
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- Letzte Änderung:
08.04.08