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Delmenhorster Kurier, Ausgabe vom 07. April 2008

Vergnügliche Unterhaltung geboten
Maxe-Schüler und polnische Gäste musizierten zum Abschluss einer ereignisreichen Austauschwoche gemeinsam

Von unserem Mitarbeiter Günter Matysiak

DELMENHORST. Den konzertanten Abschluss einer ereignisreichen Austauschwoche erlebten die Zuhörer am Freitag im Max-Planck-Gymnasium. Schüler aus den Musikprofilklassen des Maxe musizierten gemeinsam mit ihren polnischen Gästen der Karol-Lipinski-Schule aus der südöstlich von Warschau gelegenen polnischen Partnerstadt Lublin.

Die Karol-Lipinski-Schule ist ein MusikFachgymnasium, wie wir es bei uns nicht kennen. Musik ist Hauptfach, eine streng regulierte Instrumentalausbildung geht damit einher und mit dem Abiturzeugnis erhalten die Absolventen ein erstes Instrumentallehrer-Diplom. Die Musikprofilklassen des Delmenhorster Maxe mit Jürgen Schmelz als Motor dieses Austausches pflegen eine lebendige Beziehung dorthin.

Neben Ausflügen nach Hamburg mit Musicalbesuch, Besuch der Steinway-Flügelfabrik und Stadtbummel sowie einer Orgelführung im Bremer Dom im offiziellen Programm lag den polnischen und deutschen Schülern in ihrer gemeinsamen Woche auch das gemeinsame Musizieren am Herzen. Ein bunt besetztes Orchester und ein Chor hatten mit dem "Adiemus" und dem "Cantus iteratus" von Karl Jenkins zwei Stücke aus dem Bereich einer populären Pseudoklassik und das "Summer nights" aus dem Film "Grease" in knapper Probenzeit einstudiert und boten unter der Leitung von Jürgen Schmelz mit ihrer ausgearbeiteten Interpretation vergnügliche Unterhaltung.

Die jungen Solisten aus Lublin musizierten allesamt auf höchst beachtlichem Niveau. Besonders gefallen konnte gleich am Anfang Joanna Rodriguez mit dem a-Moll Walzer op.34 Nr.2. Ihr Spiel verbindet eine ausgeprägte pianistische Körperlichkeit mit tiefer musikalischer Empfindung. Auch Jonasz Lczypinski bot mit "Reguerdos de la Alhambra" von Alfred Cottice ausgereiftes Gitarrenspiel. Dass ein Blackout beim Konzertieren, wenn man denn wieder "reinkommt", kein tragisches Unglück ist, wird er auch gelernt haben, zumal eine Extra-Portion Applaus dabei heraussprang, die ihn zum Verbeugen herausrief. In dem "Tableaux des Provence" von Paule Maurice zeigte Gregorz Bil (begleitet von Paulina Kuchniak) sich als Saxofonist mit Sentiment und farbigem Ton. Paulina spielte auch Chopins c-Moll Etüde op.25 mit einer Virtuosität der leichten Hand. Hanna Golcbioskas Interpretation des chopinschen "Regentropfen-Preludes" war unsentimental-ernsthaft und Michal Potrci brillierte mit einer Mendelssohn-Etüde.

Die Jüngste der polnischen Gäste, die Gitarristin Julia Mirecka hatte für Jorge Martinez Zarates "Danza" feines Gespür für Kantabilität und rhythmische Kraft.

Mit flirrenden Klangfarben und einer virtuosen rhythmischen Gestaltung machte Marcin Koziol das "Fuoco" aus einer Sonatine für Gitarre solo von Roland Dyens zu einer spannenden Begegnung zwischen dem französischen Expressionismus und Elementen des Jazz. Wie die Orchesterbeiträge war auch Daniel Werners bejubelte Version des "Swing life away" von "Rise against" ein poppiges Gegengewicht zur "Klassik" der Gäste. Das Konzert war natürlich Anlass für viele Dankesworte. Magdalena Paczynska (mit Anna Nakoniecna begleitende Lehrerin der Gäste) hatte die in perfektem Deutsch bereit und dankte für die "schönen Tage". Jürgen Schmelz bescheinigte seinem polnisch-deutschem Team musikalische und sonstige Professionalität. Dass so ein großes Unternehmen dann auch noch entspannt abläuft, war auch der Elternmitarbeit zu verdanken, die Schmelz entsprechend hervorhob. Schulleiterin Cordula Fitsch-Saucke würdigte die gegenseitige Gastfreundschaft als ein großes Geschenk

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