Wissenschaftliche Spurensuche
Maxe-Zwölftklässler und
Bremer Schüler beschäftigten sich mit Graffiti
Von unserer Redakteurin
Ute Winsemann
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Den Dingen auf den Grund gegangen: In einem wissenschaftlichen Projekt
haben sich Schüler und Lehrer des
Max-Planck-Gymnasiums mit Graffiti beschäftigt.
FOTO:FR |
DELMENHORST.
Schmierereien oder vielschichtige Botschaften? Um Graffiti etwas objektiver
beurteilen zu können, als es gemeinhin geschieht, haben sich sieben Schüler
des Max-Planck-Gymnasiums an einer wissenschaftlichen Spurensuche unter dem
Titel "Kommunikation im Raum" beteiligt. Am Freitag endete das von der
Universität Bremen geleitete und vom WESER-KURIER unterstützte Projekt mit
einer Präsentation im Haus der Wissenschaft.
Seit
Februar haben die Maxe-Zwölftklässler ebenso wie Schüler von vier Bremer
Schulen einen Teil ihrer Freizeit geopfert, um sich, angeleitet von
Lehramtsstudenten, sowohl theoretisch als auch praktisch mit Graffiti zu
beschäftigen. Wobei praktisch nicht etwa heißt, dass sie selbst mit der
Sprühdose losgezogen wären. Losgezogen sind sie schon, aber mit Fotoapparat,
Bremer Stadtplan und GPS. In der Bremer Neustadt haben sie Graffiti
aufgenommen, die Fundorte vermerkt und Beobachtungen zur Umgebung notiert.
Außerdem hat jeder von ihnen an mehreren Workshops teilgenommen, die sich
etwa um sozialwissenschaftliche Forschungsmethoden, die politische
Landschaft in Bremen oder auch einen kleinräumigen Blick auf die einzelnen
Stadtteile drehten. Und für die Vorstellung im Haus der Wissenschaft haben
die Schüler ihre Ergebnisse als Computer-Präsentation aufbereitet.
Dass
sie nicht vor der eigenen Tür, sondern in der Nachbarstadt forschten, habe
mit der wissenschaftlichen Vergleichbarkeit zu tun gehabt, erläutert Lehrer
Stephan-Alexander Ditze. Denn die Untersuchung verschiedener Quartiere einer
Stadt sollte Aufschluss darüber geben, wie sich Graffiti in Abhängigkeit von
der Umgebung unterscheiden und was hinter ihnen steckt. Das reicht von der
sozialen Aussagekraft - in Gegenden mit vielen Gärten, in denen vor allem
besser verdienende Menschen wohnen, finden sich weniger Graffiti als in
heruntergekommenen Ecken - bis zu ausdrücklichen politischen Botschaften.
Insofern sei Graffiti ein vor allem von Jugendlichen genutztes Mittel der
Kommunikation, stellten die Wissenschaftler fest.
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- Letzte Änderung:
13.05.08