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Delmenhorster Kurier, Ausgabe vom 13. Mai 2008

Wissenschaftliche Spurensuche

Maxe-Zwölftklässler und Bremer Schüler beschäftigten sich mit Graffiti

Von unserer Redakteurin Ute Winsemann

Den Dingen auf den Grund gegangen: In einem wissenschaftlichen Projekt haben sich Schüler und Lehrer des Max-Planck-Gymnasiums mit Graffiti beschäftigt.

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DELMENHORST. Schmierereien oder vielschichtige Botschaften? Um Graffiti etwas objektiver beurteilen zu können, als es gemeinhin geschieht, haben sich sieben Schüler des Max-Planck-Gymnasiums an einer wissenschaftlichen Spurensuche unter dem Titel "Kommunikation im Raum" beteiligt. Am Freitag endete das von der Universität Bremen geleitete und vom WESER-KURIER unterstützte Projekt mit einer Präsentation im Haus der Wissenschaft.

Seit Februar haben die Maxe-Zwölftklässler ebenso wie Schüler von vier Bremer Schulen einen Teil ihrer Freizeit geopfert, um sich, angeleitet von Lehramtsstudenten, sowohl theoretisch als auch praktisch mit Graffiti zu beschäftigen. Wobei praktisch nicht etwa heißt, dass sie selbst mit der Sprühdose losgezogen wären. Losgezogen sind sie schon, aber mit Fotoapparat, Bremer Stadtplan und GPS. In der Bremer Neustadt haben sie Graffiti aufgenommen, die Fundorte vermerkt und Beobachtungen zur Umgebung notiert.
Außerdem hat jeder von ihnen an mehreren Workshops teilgenommen, die sich etwa um sozialwissenschaftliche Forschungsmethoden, die politische Landschaft in Bremen oder auch einen kleinräumigen Blick auf die einzelnen Stadtteile drehten. Und für die Vorstellung im Haus der Wissenschaft haben die Schüler ihre Ergebnisse als Computer-Präsentation aufbereitet.

Dass sie nicht vor der eigenen Tür, sondern in der Nachbarstadt forschten, habe mit der wissenschaftlichen Vergleichbarkeit zu tun gehabt, erläutert Lehrer Stephan-Alexander Ditze. Denn die Untersuchung verschiedener Quartiere einer Stadt sollte Aufschluss darüber geben, wie sich Graffiti in Abhängigkeit von der Umgebung unterscheiden und was hinter ihnen steckt. Das reicht von der sozialen Aussagekraft - in Gegenden mit vielen Gärten, in denen vor allem besser verdienende Menschen wohnen, finden sich weniger Graffiti als in heruntergekommenen Ecken - bis zu ausdrücklichen politischen Botschaften. Insofern sei Graffiti ein vor allem von Jugendlichen genutztes Mittel der Kommunikation, stellten die Wissenschaftler fest.

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Verantwortlich für die Web-Seiten: Reinhard Burmeister, StD - Letzte Änderung: 13.05.08