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Delmenhorster Kreisblatt, Ausgabe vom 1. Oktober 2008

Junge offene Ohren für klassische Musik

Bremer Philharmoniker gehen Kooperation mit Max-Planck-Gymnasium ein
Neues Konzertformat

Bevor Markus Poschner, Dirigent der Bremer Philharmoniker, den Kooperationsvertrag mit Schulleiterin Cordula Fitsch-Saucke unterzeichnete, stellte er sich gestern der Klasse 9d vor. Mit den Schülern will er ein Konzert für Jugendliche vorbereiten. Von Julia Brünner

Ganz ohne Attitüde unterhält sich Generalmusikdirektor Markus Poschner mit den Schülerinnen aus der Klasse 9d über die Wirkung zeitgenössischer Musik

Foto: Julia Brünner

Delmenhorst. Der Dirigent Markus Poschner schreibt einen Satz an die Tafel: „Das, was passieren sollte, scheint passiert zu sein.“ Dann eine Skizze, die ein abstraktes Kunstwerk zitieren könnte. Die Schüler der Klasse 9d vermuten Hochtrabendes. „Klingt klug“, meint einer. Poschner entlarvt seinen Satz und die Skizze als spontane Einfälle. Das abstrakte Gebilde biete viele Deutungsmöglichkeiten: „Genau wie die zeitgenössische Musik.“ Es gäbe kein richtig oder falsch. „Das ist der einzige Qualitätsmaßstab, damit euch die Musik herausfordert, eine eigene Geschichte zu entwickeln“, erklärte der Generalmusikdirektor.

Mit dieser Unterrichtsstunde, in der Poschner die Gymnasiasten zu einer fantastischen Reise einlud, begann gestern die Kooperation zwischen dem Max-Planck-Gymnasium und den Bremer Philharmonikern. Auf Empfehlung von Grundschullehrern trat Musiklehrer Jan Ziemann an die Philharmoniker heran. Er hatte von der ausgezeichneten Nachwuchsarbeit gehört. Sein Vorschlag, das Engagement auf die Musikprofil-Klassen auszudehnen, stieß auf offene Ohren. „Wir müssen Jugendliche frühzeitig für klassische Musik begeistern, damit sie einen Bezug entwickeln und später ein Konzert besuchen“, sagt Marko Gartelmann, Koordinator für die Nachwuchsarbeit der Philharmoniker. In jedem Jahrgang von der fünften bis zur neunten Klasse sollen die Schüler einen Impuls bekommen. „Es ist abgestimmt auf den Lehrplan“, sagt Ziemann und nennt den Opernbesuch beim Bremer Theater und der Bremer Shakespeare Company als Beispiel. Die Kooperation ist die erste dieser Art.

Mit der Kooperation will Schulleiterin Cordula Fitsch-Saucke die Musikförderung stabilisieren und soziale Kompetenz erhöhen. „Davon profitiert das Schulleben“, sagt die Direktorin. Die Projekte mit den Philharmonikern stünden nicht nur den Musikprofil-Klassen offen, sondern auch Schülern aus den Parallelklassen. Die Schüler koste die Teilnahme nichts. Mit dem Budget für die offene Ganztagsschule finanziert das Maxe anfallende Kosten.

Spannend wird es für die Jugendlichen der 9d, mit denen das Orchester ein Konzertformat aus der Taufe heben will. Sie gestalten am 23. März ein gemeinsames Konzert mit den Philharmonikern – speziell für ein junges Publikum.

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Verantwortlich für die Web-Seiten: Reinhard Burmeister, StD - Letzte Änderung: 10.06.11