Junge offene Ohren für klassische Musik
Bremer Philharmoniker gehen Kooperation mit Max-Planck-Gymnasium ein
Neues Konzertformat
Bevor Markus Poschner, Dirigent der Bremer
Philharmoniker, den Kooperationsvertrag mit Schulleiterin Cordula
Fitsch-Saucke unterzeichnete, stellte er sich gestern der Klasse 9d vor.
Mit den Schülern will er ein Konzert für Jugendliche vorbereiten. Von
Julia Brünner
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Ganz ohne Attitüde unterhält sich Generalmusikdirektor Markus Poschner
mit den Schülerinnen aus der Klasse 9d über die Wirkung
zeitgenössischer Musik
Foto: Julia Brünner |
Delmenhorst. Der Dirigent Markus Poschner schreibt einen Satz an die Tafel:
„Das, was passieren sollte, scheint passiert zu sein.“ Dann eine Skizze, die
ein abstraktes Kunstwerk zitieren könnte. Die Schüler der Klasse 9d vermuten
Hochtrabendes. „Klingt klug“, meint einer. Poschner entlarvt seinen Satz und
die Skizze als spontane Einfälle. Das abstrakte Gebilde biete viele
Deutungsmöglichkeiten: „Genau wie die zeitgenössische Musik.“ Es gäbe kein
richtig oder falsch. „Das ist der einzige Qualitätsmaßstab, damit euch die
Musik herausfordert, eine eigene Geschichte zu entwickeln“, erklärte der
Generalmusikdirektor.
Mit dieser Unterrichtsstunde, in der Poschner die Gymnasiasten zu einer
fantastischen Reise einlud, begann gestern die Kooperation zwischen dem
Max-Planck-Gymnasium und den Bremer Philharmonikern. Auf Empfehlung von
Grundschullehrern trat Musiklehrer Jan Ziemann an die Philharmoniker heran.
Er hatte von der ausgezeichneten Nachwuchsarbeit gehört. Sein Vorschlag, das
Engagement auf die Musikprofil-Klassen auszudehnen, stieß auf offene Ohren.
„Wir müssen Jugendliche frühzeitig für klassische Musik begeistern, damit
sie einen Bezug entwickeln und später ein Konzert besuchen“, sagt Marko
Gartelmann, Koordinator für die Nachwuchsarbeit der Philharmoniker. In jedem
Jahrgang von der fünften bis zur neunten Klasse sollen die Schüler einen
Impuls bekommen. „Es ist abgestimmt auf den Lehrplan“, sagt Ziemann und
nennt den Opernbesuch beim Bremer Theater und der Bremer Shakespeare Company
als Beispiel. Die Kooperation ist die erste dieser Art.
Mit der Kooperation will Schulleiterin Cordula Fitsch-Saucke die
Musikförderung stabilisieren und soziale Kompetenz erhöhen. „Davon
profitiert das Schulleben“, sagt die Direktorin. Die Projekte mit den
Philharmonikern stünden nicht nur den Musikprofil-Klassen offen, sondern
auch Schülern aus den Parallelklassen. Die Schüler koste die Teilnahme
nichts. Mit dem Budget für die offene Ganztagsschule finanziert das Maxe
anfallende Kosten.
Spannend wird es für die Jugendlichen der 9d, mit denen das Orchester ein
Konzertformat aus der Taufe heben will. Sie gestalten am 23. März ein
gemeinsames Konzert mit den Philharmonikern – speziell für ein junges
Publikum.
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mit den Bremer Philharmonikern

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- Letzte Änderung:
10.06.11