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Delmenhorster Kreisblatt, Ausgabe vom 2. Oktober 2008

RAF-Film regt Schüler zu Diskussionen an

Jugendliche haben sich zuvor im Unterricht mit RAF beschäftigt.

Das Seminarfach „Jugendkultur und Gesellschaft“ des Max-Planck-Gymnasiums hat den Film „Der Baader Meinhof Komplex“ angeschaut: Viele waren schockiert von den Gewaltdarstellungen.

Von Katja Butschbach und Nils Schulz

Delmenhorst. Geteilte Meinungen gab es gestern zum Film „Der Baader Meinhof Komplex“: 41 Schüler des Max-Planck-Gymnasiums haben sich im MaxX mit ihrem Lehrer Anders Becker den 150-minütigen Film angesehen. Die Schüler des 12. und 13. Jahrgangs haben alle das Seminarfach „Jugendkultur und Gesellschaft“ belegt und sich im Unterricht bereits mit der „Rote Armee Fraktion“ (RAF) beschäftigt.

„Wir wollen sehen, ob die filmische Aufbereitung dem entspricht, was wir im Unterricht gemacht haben“, sagt Becker. Der Film zeigt, wie in den 70er Jahren radikalisierte Kinder der Nazigeneration – Andreas Baader, Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin – die Rote Armee Fraktion gründen. Sie kämpfen gegen das, was sie als neues Gesicht des Faschismus begreifen: gegen die Vietnampolitik der USA, die Afrikapolitik und vieles andere. Sie versuchen ihre Ziele radikal mit Gewalttaten durchzusetzen.

Aufgrund der behandelten Unterrichtsinhalte fiel es den Jugendlichen leichter, den Film zu verstehen. Viele Schüler waren von den knapp drei Stunden so begeistert, dass sie schon während des Abspanns über die eine oder andere Szene diskutierten. Anderen hingegen gefiel der Film nicht so gut; sie würden daher ein zweites Mal nicht in Erwägung ziehen.
Auf Schülerin Julia Asseburg traf ein bisschen von beidem zu. Obwohl sie sich wegen der gezeigten Gewalt und des vielen Blutes anschließend ziemlich entsetzt zeigte, war sie von dem Film dennoch sehr angetan. „Eine bewegende und fesselnde Geschichte, die mir sehr gut gefallen hat“, sagte die 18-Jährige, die sich in ihrer Facharbeit mit der RAF beschäftigt hatte und sich so mit der Thematik auskannte.

Noch ganz blass um die Nase war auch die 19-jährige Jana Blauth. Nur ungern erinnerte sie sich an eine ganz bestimmte Szene: Eine Gruppe von Polizisten schlug mit ihren Schlagstöcken völlig skrupellos auf Passanten ein, von denen jedoch keine Gefahr ausging. „Das hat mich wirklich schockiert“, sagte die Schülerin, die jetzt ihren Berufswunsch „Polizistin“ noch einmal überdenken will. Björn Kraemer ging in seinem Feedback vor allem auf die Darsteller ein. „Sie waren sehr gut in ihren Rollen und brachten die gespielten Szenen sehr realistisch rüber“, lobte der 18-Jährige die schauspielerische Leistung von Moritz Bleibtreu und Co.

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