RAF-Film regt Schüler zu
Diskussionen an
Jugendliche
haben sich zuvor im Unterricht mit RAF beschäftigt.
Das Seminarfach „Jugendkultur
und Gesellschaft“ des Max-Planck-Gymnasiums hat den Film „Der Baader
Meinhof Komplex“ angeschaut: Viele waren schockiert von den
Gewaltdarstellungen.
Von Katja Butschbach
und Nils Schulz
Delmenhorst. Geteilte Meinungen
gab es gestern zum Film „Der Baader Meinhof Komplex“: 41 Schüler des
Max-Planck-Gymnasiums haben sich im MaxX mit ihrem Lehrer Anders Becker
den 150-minütigen Film angesehen. Die Schüler des 12. und 13. Jahrgangs
haben alle das Seminarfach „Jugendkultur und Gesellschaft“ belegt und sich
im Unterricht bereits mit der „Rote Armee Fraktion“ (RAF) beschäftigt.
„Wir wollen sehen, ob die
filmische Aufbereitung dem entspricht, was wir im Unterricht gemacht
haben“, sagt Becker. Der Film zeigt, wie in den 70er Jahren radikalisierte
Kinder der Nazigeneration – Andreas Baader, Ulrike Meinhof und Gudrun
Ensslin – die Rote Armee Fraktion gründen. Sie kämpfen gegen das, was sie
als neues Gesicht des Faschismus begreifen: gegen die Vietnampolitik der
USA, die Afrikapolitik und vieles andere. Sie versuchen ihre Ziele radikal
mit Gewalttaten durchzusetzen.
Aufgrund der behandelten
Unterrichtsinhalte fiel es den Jugendlichen leichter, den Film zu
verstehen. Viele Schüler waren von den knapp drei Stunden so begeistert,
dass sie schon während des Abspanns über die eine oder andere Szene
diskutierten. Anderen hingegen gefiel der Film nicht so gut; sie würden
daher ein zweites Mal nicht in Erwägung ziehen.
Auf Schülerin Julia Asseburg traf ein bisschen von beidem zu. Obwohl sie
sich wegen der gezeigten Gewalt und des vielen Blutes anschließend
ziemlich entsetzt zeigte, war sie von dem Film dennoch sehr angetan. „Eine
bewegende und fesselnde Geschichte, die mir sehr gut gefallen hat“, sagte
die 18-Jährige, die sich in ihrer Facharbeit mit der RAF beschäftigt hatte
und sich so mit der Thematik auskannte.
Noch ganz blass um die Nase war
auch die 19-jährige Jana Blauth. Nur ungern erinnerte sie sich an eine
ganz bestimmte Szene: Eine Gruppe von Polizisten schlug mit ihren
Schlagstöcken völlig skrupellos auf Passanten ein, von denen jedoch keine
Gefahr ausging. „Das hat mich wirklich schockiert“, sagte die Schülerin,
die jetzt ihren Berufswunsch „Polizistin“ noch einmal überdenken will.
Björn Kraemer ging in seinem Feedback vor allem auf die Darsteller ein.
„Sie waren sehr gut in ihren Rollen und brachten die gespielten Szenen
sehr realistisch rüber“, lobte der 18-Jährige die schauspielerische
Leistung von Moritz Bleibtreu und Co.