Musikalischer Ausflug in die Epoche des Barocks
Solist Jan Grüter
aus Bremen gibt Oberstufenschülern ein Lauten-Konzert
An der Laute ließ Jan Grüter in einer Musikstunde am Max-Planck-Gymnasium
die Barockzeit lebendig werden. Für die Schüler sei das Erlebnis
wesentlich eindrucksvoller, sagte Musiklehrerin Maria Golomb,
als wenn sie eine CD auflegen würde.
Von Julia Brünner
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Ungewohnte Klänge hörten die Schüler aus dem 10.
Jahrgang des Max-Planck-Gymnasiums von Solist Jan Grüter. Der
Lautenist aus Bremen stellte den Schülern auf der Laute Musik aus der
Barockzeit vor.
FOTO: Christian Schnöink |
Delmenhorst. So fortschrittlich, wie es manchmal scheint, sind Rockbands
nicht unbedingt. „Jethro Tull“ nennt Maria Golomb als Beispiel: Ein Hit der
Briten beruht auf einer Komposition von Johann Sebastian Bach. Um den
Schülern des 10. und 11. Jahrgangs einen Eindruck aus der Zeit des Barocks
zu vermitteln, hatte die Musiklehrerin vom Max-Planck-Gymnasium den
Lautenspieler Jan Grüter aus Bremen in den Unterricht eingeladen. „Musik
unmittelbar zu erleben, erzeugt einen ungleich höheren Aufmerksamkeitsgrad
bei den Schülern, als wenn ich eine CD anstellen würde“, erklärt sie.
Der Experte für alte Musik spielte am Donnerstag zwar nicht die Bourrée, aus
der „Jethro Tull“ eine Rocknummer entwickelt haben, aber er gab in dem
Gesprächskonzert viele Klangbeispiele, die die Musikgeschichte vom Früh- bis
Spätbarock nachzeichneten. Dabei machte er die Jugendlichen auch darauf
aufmerksam, dass der geshuffelte Rhythmus nicht erst eine Erfindung des
Blues war, sondern auch schon zu bach’schen Zeiten ein Begriff war. Der
Solist, der bei verschiedenen Opernproduktionen im europäischen Ausland
mitgewirkt hat, brachte den rund 70 Schülern des 10. Jahrgangs Tanzsätze wie
Allemande, Sarabande und Gigue an praktischen Musikbeispielen näher.
Theoretisch hatte die Musiklehrerin die Schüler bereits darauf vorbereitet.
So konnten sie mit einigen analytischen Details aus
der Musiklehre etwas anfangen.
Als „größten Komponisten des Barocks“ bezeichnete der Musiker nicht Johann
Sebastian Bach, sondern Silvius Weiß, dessen Name heute zwar weniger bekannt
sei, der aber der Nachwelt viel mehr Musikstücke hinterlassen habe. Die
Schüler Johann Schrape (Cello) und Lisa Schwirtz (Violine) hatten
kurzfristig ein Stück einstudiert, um mit Grüter zusammenzuspielen. Dabei
ließ er die barocke Generalbass-Praxis lebendig werden.
In
der nächsten Musikstunde erfahren die Schüler, welche Einflüsse der
Barock-Epoche in der Musik von Soul-Diva Amy Winehouse zu finden sind.
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- Letzte Änderung:
12.10.08