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Delmenhorster Kreisblatt, Ausgabe vom 2. Oktober 2008

Musikalischer Ausflug in die Epoche des Barocks

Solist Jan Grüter aus Bremen gibt Oberstufenschülern ein Lauten-Konzert

An der Laute ließ Jan Grüter in einer Musikstunde am Max-Planck-Gymnasium die Barockzeit lebendig werden. Für die Schüler sei das Erlebnis wesentlich eindrucksvoller, sagte Musiklehrerin Maria Golomb, als wenn sie eine CD auflegen würde.

Von Julia Brünner

Ungewohnte Klänge hörten die Schüler aus dem 10. Jahrgang des Max-Planck-Gymnasiums von Solist Jan Grüter. Der Lautenist aus Bremen stellte den Schülern auf der Laute Musik aus der Barockzeit vor.

FOTO: Christian Schnöink

Delmenhorst. So fortschrittlich, wie es manchmal scheint, sind Rockbands nicht unbedingt. „Jethro Tull“ nennt Maria Golomb als Beispiel: Ein Hit der Briten beruht auf einer Komposition von Johann Sebastian Bach. Um den Schülern des 10. und 11. Jahrgangs einen Eindruck aus der Zeit des Barocks zu vermitteln, hatte die Musiklehrerin vom Max-Planck-Gymnasium den Lautenspieler Jan Grüter aus Bremen in den Unterricht eingeladen. „Musik unmittelbar zu erleben, erzeugt einen ungleich höheren Aufmerksamkeitsgrad bei den Schülern, als wenn ich eine CD anstellen würde“, erklärt sie.

Der Experte für alte Musik spielte am Donnerstag zwar nicht die Bourrée, aus der „Jethro Tull“ eine Rocknummer entwickelt haben, aber er gab in dem Gesprächskonzert viele Klangbeispiele, die die Musikgeschichte vom Früh- bis Spätbarock nachzeichneten. Dabei machte er die Jugendlichen auch darauf aufmerksam, dass der geshuffelte Rhythmus nicht erst eine Erfindung des Blues war, sondern auch schon zu bach’schen Zeiten ein Begriff war. Der Solist, der bei verschiedenen Opernproduktionen im europäischen Ausland mitgewirkt hat, brachte den rund 70 Schülern des 10. Jahrgangs Tanzsätze wie Allemande, Sarabande und Gigue an praktischen Musikbeispielen näher. Theoretisch hatte die Musiklehrerin die Schüler bereits darauf vorbereitet. So konnten sie mit einigen analytischen Details aus der Musiklehre etwas anfangen.

Als „größten Komponisten des Barocks“ bezeichnete der Musiker nicht Johann Sebastian Bach, sondern Silvius Weiß, dessen Name heute zwar weniger bekannt sei, der aber der Nachwelt viel mehr Musikstücke hinterlassen habe. Die Schüler Johann Schrape (Cello) und Lisa Schwirtz (Violine) hatten kurzfristig ein Stück einstudiert, um mit Grüter zusammenzuspielen. Dabei ließ er die barocke Generalbass-Praxis lebendig werden.

In der nächsten Musikstunde erfahren die Schüler, welche Einflüsse der Barock-Epoche in der Musik von Soul-Diva Amy Winehouse zu finden sind.

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