Mit voller Kraft zum Zertifikat geflogen
Neun Schüler
des Max-Planck-Gymnasiums absolvieren erfolgreich Chinesischkursus
Von Alexander Schmolke
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Seit einem Jahr können
die Schüler des Max-Planck-Gymnasiums
Chinesisch lernen – dank Shuyan
Liu (l.) und You Zhou (r.).
Die ersten Zertifikate
für ihre Teilnahme erhielten gestern
(vorne v.l.) Madalena Möbius, Nina
Meyer und Tomke Pauly sowie (stehend
dahinter v.l.) Hannah Ahrens, Oliver
Pokorny und Stefanie
Peiler. Sehr zufrieden mit den Schülern zeigten
sich (hinten v.l.) Schulleiterin Cordula
Fitsch-Saucke, Ganztagsangebot-Organisatorin
Kathleen Langen und Lehrer Michael
Gripentrog – der selbst am
Chinesisch-Unterricht teilnahm. Insgesamt
lernen aktuell rund 50
Schüler aus den Jahrgängen
fünf bis zwölf Chinesisch am Maxe.
FOTO: INGO MÖLLERS |
Delmenhorst. Ein bisschen komisch klang es schon. Am Anfang, bei den ersten
Sätzen. Doch Oliver Pokorny gewöhnte sich schnell daran und findet es heute
ganz normal, wenn chinesische Wörter aus seinem Mund kommen. "Pu Lifei"
etwa, das ist sein chinesischer Name, dessen Bedeutung "Mit voller Kraft
fliegen" sehr passend ist. Denn Pokorny hat mit voller Kraft einen
Chinesischkursus besucht - und gestern wie acht andere Schülerinnen des
Max-Planck-Gymnasiums ein Chinesisch-Zertifikat erhalten. Diese Zertifikate
sind die ersten neun ihrer Art in Delmenhorst.
Die Maxe-Schüler benötigen das Zertifikat nicht etwa, um ihr Abitur zu
bauen. Nein, sie haben freiwillig Chinesisch gelernt. Warum? "Weil
Chinesisch die neue Weltsprache ist", sagen Madalena Möbius und Oliver
Pokorny. "Weil China immer wichtiger wird, ich diese Sprache daher für
meinen späteren Beruf in der Wirtschaft sicher brauche", fügt Nina Meyer
hinzu. "Weil es exotisch ist und ich so höflich sein möchte, mich bei
China-Reisen in der Landessprache zu verständigen", ergänzt Hannah Ahrens.
Eine E-Mail und ihre Folgen
Schulleiterin Cordula Fitsch-Saucke kann den Schülern - neben denen noch
Ramona Löschen, Vladyslav Logvinov, Vanessa Wendt, Tomke Pauly und Stefanie
Peiler ein Zertifikat erhielten - nur beipflichten: "China stellt in Zukunft
einen wichtigen Arbeitsmarkt dar. Schülern, die neben Englisch- auch
Chinesischkenntnisse haben, bietet sich also eine gute Berufsperspektive."
Daher überlegte Fitsch-Saucke auch nicht lange, als sie vor gut einem Jahr
eine E-Mail von Shuyan Liu bekam...
Liu ist Chinesin. Die 35-Jährige hat in China ein Chemie- und an der TU
Berlin ein Wirtschaftsingenieurwesen-Studium abgeschlossen. 2008 zog sie zu
ihrem Mann nach Oldenburg und begann, dort an einer Schule Chinesisch zu
lehren. Das wollte sie auch gerne am Max-Planck-Gymnasium tun - und schrieb
Fitsch-Saucke besagte E-Mail. "Bereits zwei Tage später hatte ich eine
Zusage", erinnert sich Liu. "Ich wäre ja verrückt gewesen, sie nicht zu
holen", sagt Fitsch-Saucke. "Schließlich bot sie uns die Möglichkeit, unser
Sprachenangebot um eine spannende Facette zu erweitern."
Und wie es der Zufall wollte, bewarb sich kurze Zeit später mit You Zhou
eine weitere Chinesin am Maxe. Sie wollte ihr Jahr als
Fremdsprachenassistentin in Deutschland absolvieren - übrigens weil ihr zum
einen die Sissi-Filme, zum anderen die deutschen Fußballer so gut gefallen.
Nun gab es also gleich zwei Lehrerinnen - von denen Oliver Pokorny schwärmt:
"Die haben richtig gepowert." Daher hat er seiner Einschätzung nach einen
guten ersten Eindruck vom Chinesischen bekommen. "Klar kenne ich nach einem
Jahr nicht jede Vokabel", sagt er. "Aber ich denke, dass ich mich auf einer
China-Reise schon verständigen könnte." Leider sei die vorerst nicht geplant
- erst mal kommt das Abitur.
Pokornys Lob gibt Shuyan Liu gerne zurück: Das Arbeiten mit den Schülern
habe viel Spaß gemacht. So viel sogar, dass sie an der Oldenburger Uni ein
Lehramtsstudium begonnen hat. Cordula Fitsch-Saucke hat das aufmerksam
registriert: "Bis zum Abschluss dauert es zwar noch ein paar Jahre", sagt
sie. "Doch wer weiß, vielleicht haben wir hier ja irgendwann eine
festangestellte chinesische Lehrerin."
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- Letzte Änderung:
13.03.10