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Delmenhorster Kurier, Ausgabe vom 16. Juni 2010

Maxe-Schüler fühlen sich wie Diplomaten

Borisoglebsker schenken Delmenhorstern viel Beachtung

Tolle Reise nach Russland: Die Maxe-Schüler haben viele nette Kontakte geknüpft und viele neue Eindrücke gewonnen.

FOTO:PHOTOCUBE

Delmenhorst. Borisoglebsk, Partnerstadt von Delmenhorst, liegt 650 Kilometer südöstlich von Moskau, die Hauptstadt gilt hier schon als "der Westen". Da ist eine Reisegruppe aus Deutschland etwas absolut Außergewöhnliches - wie jetzt neun Schüler und zwei Lehrer des Delmenhorster Max-Planck-Gymnasiums feststellten. Fernsehinterviews, Polizeieskorten, Menschenaufläufe: "Wir wurden behandelt wie Diplomaten", berichtete Kunstlehrerin Renate Witte.

Unterwegs waren die Schüler vom 29. Mai bis zum 6. Juni, Initiator der Fahrt war der Deutsch-Russische Sozial- und Kulturkreis (DRSK) Delmenhorst. "Es ist eine unserer wichtigsten Aufgaben, Jugendliche aus den beiden Ländern zusammenzuführen", sagt dessen Vorsitzender Friedrich Hübner, "um ihnen zu zeigen, dass im jeweils anderen Land auch ganz normale Menschen leben." Die große Beachtung, die der Besuch der Delmenhorster Reisegruppe in Borisoglebsk erfuhr, bedeutete für die Maxe-Schüler eine völlig neue Erfahrung: "Dadurch waren wir plötzlich Vertreter unseres Landes und mussten uns auch so verhalten", sagt Lehrerin Witte. "Das haben die Schüler bestens gemeistert." Für die kam die große Aufmerksamkeit zwar überraschend - sie freuten sich aber auch darüber. Joshua Hirneiß feierte auf der Reise beispielsweise seinen 16. Geburtstag. "Und dass mir da 40, 50 Leute gratuliert haben, die wir erst einen Tag zuvor ganz kurz kennengelernt haben, war schon toll."

Große Aufmerksamkeit widmeten die russischen Gastgeber auch den Mägen ihrer Gäste: "Am ersten Tag haben wir bestimmt fünfmal ordentlich gegessen", erzählt Joshua, den auch beeindruckte, wie stark das Zusammengehörigkeitsgefühl in Borisoglebsk - einer Stadt mit 70000 Einwohnern - war: "Da kannte jeder jeden, jeder hat jedem geholfen", so der Schüler. "So wie das hier vielleicht noch in einem 200-Seelen-Dorf ist." Überrascht hat die jungen Delmenhorster zudem, wie modern und technisch hochwertig die Schulen in Borisoglebsk ausgerüstet sind. "In Russland wird derzeit viel Geld in die Bildung gesteckt", erläutert Renate Witte zu diesem Aspekt. "Da können wir uns durchaus ein Beispiel nehmen."

Und welche Klischees, die man so über Russland kennt, können die Gymnasiasten nicht bestätigen? "Auf jeden Fall, dass es in Russland immer kalt ist", antwortet Joshua. Er selbst habe vier lange Hosen und vier dicke Pullover eingepackt - "und dann waren dort die ganze Zeit 30 Grad." Alles in allem bewerteten die Schüler die Reise als sehr positiv. Man habe viele nette Kontakte geknüpft, viele neue Eindrücke gewonnen. Und wisse so manches hier in Deutschland nun auch mehr zu schätzen: "Wir regen uns auf, weil hier ein paar Schlaglöcher in den Straßen sind", nennt Joshua ein Beispiel. "Dort fährt man stundenlang über löchrige Straßen." Zum Abschied durften sich die Delmenhorster nochmals über einen großen Bahnhof freuen: Erst standen nur zehn Bekannte vor dem Hotel, dann kamen 30, 40, 50 Jugendliche. Auch Lehrer winkten, es flossenTränen. Da dürfte es alle Beteiligten freuen, dass Friedrich Hübner sagt: "Wir werden alles versuchen, um vielleicht im nächsten Jahr einen Gegenbesuch russischer Jugendlicher hier bei uns in Delmenhorst zu ermöglichen."

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Verantwortlich für die Web-Seiten: Reinhard Burmeister, StD - Letzte Änderung: 19.09.10