Maxe-Schüler fühlen sich wie Diplomaten
Borisoglebsker schenken Delmenhorstern viel
Beachtung
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Tolle Reise
nach Russland: Die Maxe-Schüler haben viele nette Kontakte
geknüpft und viele neue Eindrücke gewonnen.
FOTO:PHOTOCUBE |
Delmenhorst. Borisoglebsk, Partnerstadt von Delmenhorst, liegt 650 Kilometer
südöstlich von Moskau, die Hauptstadt gilt hier schon als "der Westen". Da
ist eine Reisegruppe aus Deutschland etwas absolut Außergewöhnliches - wie
jetzt neun Schüler und zwei Lehrer des Delmenhorster Max-Planck-Gymnasiums
feststellten. Fernsehinterviews, Polizeieskorten, Menschenaufläufe: "Wir
wurden behandelt wie Diplomaten", berichtete Kunstlehrerin Renate Witte.
Unterwegs waren die Schüler vom 29. Mai bis zum 6. Juni, Initiator der Fahrt
war der Deutsch-Russische Sozial- und Kulturkreis (DRSK) Delmenhorst. "Es
ist eine unserer wichtigsten Aufgaben, Jugendliche aus den beiden Ländern
zusammenzuführen", sagt dessen Vorsitzender Friedrich Hübner, "um ihnen zu
zeigen, dass im jeweils anderen Land auch ganz normale Menschen leben." Die
große Beachtung, die der Besuch der Delmenhorster Reisegruppe in
Borisoglebsk erfuhr, bedeutete für die Maxe-Schüler eine völlig neue
Erfahrung: "Dadurch waren wir plötzlich Vertreter unseres Landes und mussten
uns auch so verhalten", sagt Lehrerin Witte. "Das haben die Schüler bestens
gemeistert." Für die kam die große Aufmerksamkeit zwar überraschend - sie
freuten sich aber auch darüber. Joshua Hirneiß feierte auf der Reise
beispielsweise seinen 16. Geburtstag. "Und dass mir da 40, 50 Leute
gratuliert haben, die wir erst einen Tag zuvor ganz kurz kennengelernt
haben, war schon toll."
Große
Aufmerksamkeit widmeten die russischen Gastgeber auch den Mägen ihrer Gäste:
"Am ersten Tag haben wir bestimmt fünfmal ordentlich gegessen", erzählt
Joshua, den auch beeindruckte, wie stark das Zusammengehörigkeitsgefühl in
Borisoglebsk - einer Stadt mit 70000 Einwohnern - war: "Da kannte jeder
jeden, jeder hat jedem geholfen", so der Schüler. "So wie das hier
vielleicht noch in einem 200-Seelen-Dorf ist." Überrascht hat die jungen
Delmenhorster zudem, wie modern und technisch hochwertig die Schulen in
Borisoglebsk ausgerüstet sind. "In Russland wird derzeit viel Geld in die
Bildung gesteckt", erläutert Renate Witte zu diesem Aspekt. "Da können wir
uns durchaus ein Beispiel nehmen."
Und
welche Klischees, die man so über Russland kennt, können die Gymnasiasten
nicht bestätigen? "Auf jeden Fall, dass es in Russland immer kalt ist",
antwortet Joshua. Er selbst habe vier lange Hosen und vier dicke Pullover
eingepackt - "und dann waren dort die ganze Zeit 30 Grad." Alles in allem
bewerteten die Schüler die Reise als sehr positiv. Man habe viele nette
Kontakte geknüpft, viele neue Eindrücke gewonnen. Und wisse so manches hier
in Deutschland nun auch mehr zu schätzen: "Wir regen uns auf, weil hier ein
paar Schlaglöcher in den Straßen sind", nennt Joshua ein Beispiel. "Dort
fährt man stundenlang über löchrige Straßen." Zum Abschied durften sich die
Delmenhorster nochmals über einen großen Bahnhof freuen: Erst standen nur
zehn Bekannte vor dem Hotel, dann kamen 30, 40, 50 Jugendliche. Auch Lehrer
winkten, es flossenTränen. Da dürfte es alle Beteiligten freuen, dass
Friedrich Hübner sagt: "Wir werden alles versuchen, um vielleicht im
nächsten Jahr einen Gegenbesuch russischer Jugendlicher hier bei uns in
Delmenhorst zu ermöglichen."
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- Letzte Änderung:
19.09.10