Mehr als eine Mensa
Erster Spatenstich für neuen "Maxe-Campus" /
1,35 Millionen Euro fließen in Schule und ins Kleine Haus
Von ALEXANDER
SCHMOLKE
Delmenhorst. Große
Worte, die Cordula Fitsch-Saucke da wählte: "Dass wir heute diesen
Spatenstich machen können, grenzt für mich an ein Wunder!" Denn, so die
Leiterin des Delmenhorster Max-Planck-Gymnasiums, in Zeiten knappster Kassen
und großer Krisen war es vor zwei Jahren unvorstellbar, dass ihre Schule so
schnell eine eigene Mensa bekommt. Doch genau das ist der Fall: Auf den
symbolischen ersten Spatenstich gestern Mittag folgt nun eine rund
neunmonatige Bauphase und schließlich im Mai 2011 die Fertigstellung der
Mensa.

Der obligatorische Spatenstich für
die neue Maxe-Mensa bzw. den „Maxe-Campus“ ist gestern erfolgt:
Oberbürgermeister Patrick de La Lanne, Schulleiterin
Cordula Fitsch-Saucke und Fachbereichsleiter Andreas Tensfeld (von links)
legten Hand an.
FOTO:INGO
MÖLLERS
Wobei: "Mensa ist die
falsche Bezeichnung, wir bekommen hier einen Raum, der nicht einfach nur zur
Essensausgabe geeignet ist", betonte Fitsch-Saucke in einer kleinen Rede.
Vielmehr solle der etwa 400 Quadratmeter große Saal ein Ort der Begegnung
und der Kultur sein - weswegen ein anderer Name besser passe: "Maxe-Campus".
Fitsch-Saucke: "Mit ihm haben wir dann eine Rauminfrastruktur, die zu
unserem pädagogischen Konzept passt." Das Gymnasium ist seit August 2008
offene Ganztagsschule, schon jetzt gibt es viermal wöchentlich Mittagessen
für die Schüler.
Geld aus dem Konjunkturpaket
Oberbürgermeister Patrick de La Lanne scheint die Bezeichnung "Maxe-Campus"
zu gefallen, zumindest nickte er bei der Nennung dieses Namens heftig mit
dem Kopf. Und auch sonst zeigte er sich begeistert von dem Bauprojekt:
"Jeder Euro, den wir in die Bildung stecken, wird sich in Zukunft
rentieren", sagte er. Und Euros fließen eine ganze Menge in den Maxe-Campus,
insgesamt 950000 Euro. "Davon stammen 850000 Euro aus dem Konjunkturpaket
II, die restlichen 100000 Euro schießt die Stadt zu", informierte Andreas
Tensfeldt, Fachbereichsleiter Gebäude und Immobilien.
Und noch mehr Geld geht in die Max-Planck-Straße: Im Zuge des Bauprojekts am
Gymnasium wird auch das angrenzende Kleine Haus umgebaut. Kostenpunkt hier:
400000 Euro - von denen ebenfalls rund 90 Prozent aus dem Konjunkturpaket
stammen. Die Stadtkasse wird also mit 40000 Euro belastet. "Doch Delmenhorst
muss es sich Wert sein, auch in die Kultur zu investieren", findet de La
Lanne. Das sei aufgrund leerer Kassen in letzter Zeit zu selten der Fall
gewesen, wie er einräumen müsse.
Durch die Um- bzw. Neubaumaßnahmen rücken Schule und Theater noch näher
zusammen. Schon jetzt dient der große Saal des Kleinen Hauses als Schulaula.
Ab Frühjahr 2011 fungiert - sozusagen im Gegenzug - der Maxe-Campus als
neuer kleiner Saal des Theaters (während der jetzige kleine Saal zum
Lagerraum wird). Deswegen bekommt der Neubau auch eine Bühne. "Tagsüber
können hier also Schüler essen, abends nach einem einfachen Umbau
Kulturveranstaltungen stattfinden", erläuterte Tensfeldt den
Multifunktionscharakter des Neubaus.
Für den Campus weichen sechs Klassenräume. "Wir müssen ein bisschen
zusammenrücken", so Fitsch-Saucke. Und auch mit Lärm- und Schmutzbelästigung
müssten Schüler und Lehrer im nächsten dreiviertel Jahr leben. Weiß man auch
im Hause de La Lanne: Dort wurde Papa Patrick am Abendbrottisch bereits von
seinem Sohn, einem Maxe-Schüler, kritisch auf Lärm und Schmutz angesprochen.
Eine passende Antwort hätte Cordula Fitsch-Saucke für den Oberbürgermeister:
"Wir werden uns einfach immer wieder vor Augen führen, wie schön es einmal
wird - und hinterher bestimmt merken, dass es dann doch gar nicht so schlimm
war!"
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- Letzte Änderung:
14.02.11