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Delmenhorster Kurier, Ausgabe vom 12. August 2010

Mehr als eine Mensa

Erster Spatenstich für neuen "Maxe-Campus" / 1,35 Millionen Euro fließen in Schule und ins Kleine Haus

Von ALEXANDER SCHMOLKE

Delmenhorst. Große Worte, die Cordula Fitsch-Saucke da wählte: "Dass wir heute diesen Spatenstich machen können, grenzt für mich an ein Wunder!" Denn, so die Leiterin des Delmenhorster Max-Planck-Gymnasiums, in Zeiten knappster Kassen und großer Krisen war es vor zwei Jahren unvorstellbar, dass ihre Schule so schnell eine eigene Mensa bekommt. Doch genau das ist der Fall: Auf den symbolischen ersten Spatenstich gestern Mittag folgt nun eine rund neunmonatige Bauphase und schließlich im Mai 2011 die Fertigstellung der Mensa.

Der obligatorische Spatenstich für die neue Maxe-Mensa bzw. den „Maxe-Campus“ ist gestern erfolgt: Oberbürgermeister Patrick de La Lanne, Schulleiterin Cordula Fitsch-Saucke und Fachbereichsleiter Andreas Tensfeld (von links) legten Hand an.

FOTO:INGO MÖLLERS      

Wobei: "Mensa ist die falsche Bezeichnung, wir bekommen hier einen Raum, der nicht einfach nur zur Essensausgabe geeignet ist", betonte Fitsch-Saucke in einer kleinen Rede. Vielmehr solle der etwa 400 Quadratmeter große Saal ein Ort der Begegnung und der Kultur sein - weswegen ein anderer Name besser passe: "Maxe-Campus". Fitsch-Saucke: "Mit ihm haben wir dann eine Rauminfrastruktur, die zu unserem pädagogischen Konzept passt." Das Gymnasium ist seit August 2008 offene Ganztagsschule, schon jetzt gibt es viermal wöchentlich Mittagessen für die Schüler.
Geld aus dem Konjunkturpaket
Oberbürgermeister Patrick de La Lanne scheint die Bezeichnung "Maxe-Campus" zu gefallen, zumindest nickte er bei der Nennung dieses Namens heftig mit dem Kopf. Und auch sonst zeigte er sich begeistert von dem Bauprojekt: "Jeder Euro, den wir in die Bildung stecken, wird sich in Zukunft rentieren", sagte er. Und Euros fließen eine ganze Menge in den Maxe-Campus, insgesamt 950000 Euro. "Davon stammen 850000 Euro aus dem Konjunkturpaket II, die restlichen 100000 Euro schießt die Stadt zu", informierte Andreas Tensfeldt, Fachbereichsleiter Gebäude und Immobilien.
Und noch mehr Geld geht in die Max-Planck-Straße: Im Zuge des Bauprojekts am Gymnasium wird auch das angrenzende Kleine Haus umgebaut. Kostenpunkt hier: 400000 Euro - von denen ebenfalls rund 90 Prozent aus dem Konjunkturpaket stammen. Die Stadtkasse wird also mit 40000 Euro belastet. "Doch Delmenhorst muss es sich Wert sein, auch in die Kultur zu investieren", findet de La Lanne. Das sei aufgrund leerer Kassen in letzter Zeit zu selten der Fall gewesen, wie er einräumen müsse.
Durch die Um- bzw. Neubaumaßnahmen rücken Schule und Theater noch näher zusammen. Schon jetzt dient der große Saal des Kleinen Hauses als Schulaula. Ab Frühjahr 2011 fungiert - sozusagen im Gegenzug - der Maxe-Campus als neuer kleiner Saal des Theaters (während der jetzige kleine Saal zum Lagerraum wird). Deswegen bekommt der Neubau auch eine Bühne. "Tagsüber können hier also Schüler essen, abends nach einem einfachen Umbau Kulturveranstaltungen stattfinden", erläuterte Tensfeldt den Multifunktionscharakter des Neubaus.
Für den Campus weichen sechs Klassenräume. "Wir müssen ein bisschen zusammenrücken", so Fitsch-Saucke. Und auch mit Lärm- und Schmutzbelästigung müssten Schüler und Lehrer im nächsten dreiviertel Jahr leben. Weiß man auch im Hause de La Lanne: Dort wurde Papa Patrick am Abendbrottisch bereits von seinem Sohn, einem Maxe-Schüler, kritisch auf Lärm und Schmutz angesprochen. Eine passende Antwort hätte Cordula Fitsch-Saucke für den Oberbürgermeister: "Wir werden uns einfach immer wieder vor Augen führen, wie schön es einmal wird - und hinterher bestimmt merken, dass es dann doch gar nicht so schlimm war!"

 

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Verantwortlich für die Web-Seiten: Reinhard Burmeister, StD - Letzte Änderung: 14.02.11