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Delmenhorster Kreisblatt, Ausgabe vom 29. Juni 2011

Schüler erklären Altersgenossen Beethoven mit Profimusikern

Die 9d des Max-Planck-Gymnasiums erlebt großen Bühnenabend in der Glocke

Schüler des "Maxe" sind mit den Bremer Philharmoniker aufgetreten. Die ungewöhnliche Zusammenarbeit spornte zu Höchstleistungen an.

VON BETTINA PFLAUM

DELMENHORST·BREMEN. Konzentriert spielen die Bremer Philharmoniker die Anfangstakte von Ludwig van Beethovens siebter Sinfonie. Poco-Sostenuto" ist die Satzbezeichnung, es klingt getragen und wichtig. Generalmusikdirektor Markus Poschner dirigiert das Orchester mit eindringlichen Gesten. Plötzlich knallt eine Tür. "Stopp! Stopp! Stopp!", rufen drei Mädchen und stürzen auf die Bühne. "Was sollen wir mit dieser 200 Jahre alten Musik?"

Bei dem gemeinsamen Konzert des Orchesters mit der Musikprofilklasse 9d des Max-Planck-Gymnasiums ging es am Montagabend ein bisschen anders zu als in der Bremer Glocke gewohnt. Unter dem Namen „phil sagend" präsentierten die Schüler und die Profimusiker das Ergebnis ihrer Zusammenarbeit. Rund 800 Zuschauer, der Großteil davon Schüler aus Bremen und dem Umland, verfolgten gebannt, was sich die Maxe-Schüler zu Beethovens Musik ausgedacht hatten. Die drei Bühnenstürmerinnen moderierten den Abend. Friedericke Clausen, Paulina Coldewey und Michelle Godula gliederten mit flüssigen, humorvollen Ansprachen die Auftritte ihrer Klassenkameraden und interviewten Musiker zu dem Werk. "Was bedeutet die MusikBeethovens heute, drückt sie Gefühle aus, die zeitlos sind? Das wollten wir herausfinden", erklärten sie das Anliegen der Klasse 9b.

Markus Poschner gab nun erneut den Einsatz zum ersten Satz. Während der Musik ließen die Schüler von der Empore hinter dem Orchester bunte Tücher hinunter. Der zweite Satz wurde begleitet von dem Film "Falsche Verführung", den die Klasse selbst gedreht hatte. Die Handlung war von der Musik inspiriert: Ausgestattet mit Kostümen und Masken stellten die Jugendlichen eine bedrohliche Szene auf einem Ball dar.

Zum dritten Satz spielten die Schüler fiktive Begebenheiten aus Beethovens Leben. Die Idee dabei: Schüler von heute reisen in die Vergangenheit, um den Komponisten zu verstehen. Zum vierten Satz tanzten elf Schülerinnen Hip-hop mit dem Bremer Tänzer Hakan Ugurlu. Die Bremer Philharmoniker spielten in großer Form, trotz oder gerade wegen des ungewöhnlichen Konzertformats. Beim zweiten Durchgang der Sinfonie, diesmal ohne Schüler-Darbietungen, verlies die jungen Zuhörer allerdings die Konzentration. Die Profimusiker nahmen die Geräusche aus dem Publikum sportlich, Poschner animierte sie besonders im vierten Satz zu dichtem, hochemotionalem Spiel. Johlender Applaus belohnte am Ende sie wie auch die Schüler. "Die Klasse war großartig", bescheinigte Pressesprecherin Barbara Klein der 9d. Die Kooperation wird im kommenden Schuljahr fortgesetzt: Die jetzige 8 d führt am 26. Juni 2012 mit den Bremer Philharmonikern dann "Ein Sommernachtstraum" von Felix Mendelssohn Bartholdy auf.

 

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