Schüler erklären
Altersgenossen Beethoven mit Profimusikern
Die 9d des Max-Planck-Gymnasiums erlebt großen Bühnenabend in der Glocke
Schüler des
"Maxe" sind mit den Bremer Philharmoniker aufgetreten. Die ungewöhnliche
Zusammenarbeit spornte zu Höchstleistungen an.
VON BETTINA PFLAUM
DELMENHORST·BREMEN. Konzentriert spielen die Bremer Philharmoniker die
Anfangstakte von Ludwig van Beethovens siebter Sinfonie. Poco-Sostenuto"
ist die Satzbezeichnung, es klingt getragen und wichtig.
Generalmusikdirektor Markus Poschner dirigiert das Orchester mit
eindringlichen Gesten. Plötzlich knallt eine Tür. "Stopp! Stopp! Stopp!",
rufen drei Mädchen und stürzen auf die Bühne. "Was sollen wir mit dieser 200
Jahre alten Musik?"
Bei dem gemeinsamen Konzert des Orchesters mit der Musikprofilklasse 9d des
Max-Planck-Gymnasiums ging es am Montagabend ein bisschen anders zu als in
der Bremer Glocke gewohnt.
Unter dem Namen „phil sagend" präsentierten die Schüler und die Profimusiker
das Ergebnis ihrer Zusammenarbeit. Rund 800 Zuschauer, der Großteil davon
Schüler aus Bremen und dem Umland, verfolgten gebannt, was sich die Maxe-Schüler
zu Beethovens Musik ausgedacht hatten. Die drei Bühnenstürmerinnen
moderierten den Abend.
Friedericke Clausen,
Paulina Coldewey und Michelle Godula gliederten mit flüssigen, humorvollen
Ansprachen die Auftritte ihrer Klassenkameraden
und interviewten Musiker zu dem Werk. "Was bedeutet die MusikBeethovens
heute, drückt sie Gefühle
aus, die zeitlos sind? Das wollten wir herausfinden", erklärten sie das
Anliegen der Klasse 9b.
Markus Poschner gab nun erneut
den Einsatz zum ersten Satz.
Während der Musik ließen die Schüler von der Empore hinter dem Orchester
bunte Tücher hinunter.
Der zweite Satz
wurde
begleitet von dem Film
"Falsche
Verführung",
den die Klasse selbst gedreht hatte.
Die Handlung war
von der Musik inspiriert: Ausgestattet mit Kostümen und Masken stellten die
Jugendlichen eine bedrohliche Szene auf einem Ball dar.
Zum dritten Satz spielten die Schüler fiktive Begebenheiten aus
Beethovens Leben. Die Idee dabei:
Schüler
von
heute reisen in die Vergangenheit,
um den
Komponisten
zu
verstehen.
Zum vierten Satz tanzten elf Schülerinnen Hip-hop mit dem Bremer Tänzer
Hakan Ugurlu.
Die Bremer Philharmoniker spielten in großer Form,
trotz
oder gerade wegen des ungewöhnlichen Konzertformats.
Beim zweiten Durchgang
der Sinfonie, diesmal ohne Schüler-Darbietungen, verlies die jungen Zuhörer
allerdings die Konzentration. Die Profimusiker nahmen die Geräusche aus dem
Publikum sportlich, Poschner animierte sie besonders im
vierten
Satz zu dichtem,
hochemotionalem Spiel.
Johlender Applaus belohnte am Ende sie wie auch die Schüler.
"Die Klasse war
großartig",
bescheinigte Pressesprecherin Barbara Klein
der 9d.
Die
Kooperation
wird
im
kommenden Schuljahr
fortgesetzt: Die jetzige 8 d führt am 26. Juni 2012 mit den Bremer Philharmonikern dann
"Ein Sommernachtstraum" von Felix Mendelssohn Bartholdy auf.
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mit den Bremer Philharmonikern

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- Letzte Änderung:
02.07.11