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Delmenhorster Kurier, Ausgabe vom 24. Januar 2012

Mit offenen Augen durch die Welt
Maxe-Schüler absolvieren "Street Art"-Projekt und stellen demnächst aus

 

Kunst im öffentlichen Raum wird unter dem Begriff "Street Art" zusammengefasst. Darunter fallen Graffiti, Installationen aber auch Videoprojektionen. Jetzt drängen Schüler des Max-Planck-Gymnasiums mit ihrer Kunst in den öffentlichen Raum, erstmals. Die 13 Mitglieder der IG Kunst malen, sprühen und zeichnen gerade unter Anleitung des Bremer Street-Art-Künstlers Dirk Mertin. Ihre Werke sollen im Frühjahr im öffentlichen Raum ausgestellt werden, danach dauerhaft in der Schulmensa hängen. Von Kai Purschke Delmenhorst. Die Öffentlichkeit haben die Schüler der achten bis elften Klassen bereits gesucht: Zum einen haben sie sich Street Art in Bremen angeschaut und zum anderen haben sie in der Jugendkunstschule (Juku) an ihren Bildern gearbeitet. Denn das Max-Planck-Gymnasium und die Juku haben dieses Projekt gemeinsam auf die Beine gestellt. "Und es wird nicht das letzte sein", waren sich Juku-Geschäftsführerin Bärbel Schönbohm und Maxe-Kunstpädagogin Sonja Stamm beim gestrigen Pressegespräch einig.

Während ein paar Räume weiter die 13 Schüler der "IG Artisten", wie sich die Arbeitsgruppe nennt, fleißig waren und der Geruch von Sprühfarbe durch den Juku-Flur waberte, war Bärbel Schönbohm bereits voll des Lobes: "Die Sachen sehen klasse aus." Lehrerin Sonja Stamm sagte, dass das Thema Street Art generell den Nerv der Jugendlichen treffe, die innerhalb der IG speziell gefördert würden. "Es kommt nicht darauf an, wie gut die Kunstnote ist, sondern wie offen die Schüler für Neues sind", sagte Sonja Stamm. Michelle Janicka etwa gehört seit viereinhalb Jahren der IG an. Die 15-Jährige erzählte, dass sie selbst an das Projekt denken musste, als sie zuletzt privat in Oldenburg unterwegs war. "Wir haben auf die Graffiti dort geachtet und es auf den Workshop bezogen." Mit ihrer Namensvetterin Michelle Godula hat sie eine Ballerina gemalt. "Und weil die Bilder ja irgendwann in der Mensa hängen sollen, haben wir kleine Kuchen dazu gemalt", sagte Michelle Godula.

Darum geht es aus Sicht des Künstlers Dirk Mertin. "Man kann, aber man muss nicht den Bezug zum Essen darstellen", schilderte dieser. Dass die Schüler wegen des Projekts nun mit offenen Augen durch die Welt gingen, das wertet der Bremer Künstler als Erfolg. Ebenso, dass die Jugendlichen offen sind. Er selbst ist über Graffiti zur Street Art gekommen, möchte aber nicht als Graffiti-Künstler bezeichnet werden. "Graffiti bedeutet illegal malen, das mache ich nicht." Stattdessen ist er ein Crossmedia-Künstler, der sich seit 20 Jahren der Kunst im öffentlichen Raum widmet. Wenn er beispielsweise ein Gebäude bemalen soll, setzt er sich mit der Architektur des Baus auseinander und versucht, "einen Bezug zum Ganzen hinzubekommen". So gehören zum späteren Ausstellungsort Mensa die Themen Essen und Trinken.

Möglich gemacht hat das Projekt die Oldenburgische Landschaft. Eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, die vor 37 Jahren von allen kreisfreien Städten und Landkreisen des ehemaligen Landes Oldenburg gegründet wurde. Sie hat die Aufgabe, nicht nur Kunst und Kultur zu fördern, sondern auch die Wissenschaft, Heimatverbände, die Sprachpflege sowie den Landschafts-, Natur- und Denkmalschutz. Dafür braucht die Oldenburgische Landschaft Geld, mehr Geld als sie derzeit hat. Deshalb hat sie nun die Stadt Delmenhorst und die anderen Mitglieder gebeten, höhere Beiträge zu bezahlen. Die Pro-Kopf-Umlage, die sich auf die Einwohnerzahl bezieht, soll um fünf Cent auf 0,55 Euro erhöht werden. Das macht eine Mehrbelastung für die Stadt in Höhe von 3500 Euro aus. Der Kulturausschuss wird sich am 2. Februar (17.30 Uhr, Willms-Mensa) mit dem Thema befassen.

 

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